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Europäische Handy-Nutzer geben mehr Geld aus

Europäische Handy-Nutzer mit mehreren SIM-Karten geben mehr Geld aus

In einer schwächeren Konjunktur können zusätzliche SIM-Karten sowohl Mobilfunkbetreibern als auch Kunden zugute kommen

Angesichts der erwarteten Konjunkturabkühlung rechnen Mobilfunkbetreiber jetzt mit Gesamtjahresumsätzen am unteren Ende ihrer Prognosen. Die Mobilfunkriesen, die kürzlich die Ergebnisse für ihr 2. Quartal bekannt gaben, haben sich aber als kreativ erwiesen, indem sie als Reaktion auf die Konjunkturschwäche sowie den wachsenden Wettbewerb in Europa mehr SIM-Karten auf den Markt gebracht haben.

Laut einem neuen Bericht von The Nielsen Company besitzen Handy-Nutzer in Europa im Durchschnitt 1,4 SIM-Karten, die sie auch regelmäßig benutzen. Angeführt wird der europäische Markt von Italien, wo 46 Prozent aller Handy-Nutzer mehr als eine aktive SIM-Karte besitzen. An zweiter und dritter Stelle sind Spanien und Deutschland, wo 31 Prozent bzw. 28 Prozent der Handy-Nutzer mehrere SIM-Karten haben. Am unteren Ende befinden sich Frankreich (22 Prozent) und Großbritannien (19 Prozent). Nutzer, die mehrere SIM-Karten haben, benutzen dabei meistens auch mehrere Handys.

Diese Ergebnisse gehen auf die vierteljährliche Customer Insights-Umfrage von Nielsen Mobile zurück, bei der 42.000 europäische Kunden befragt werden. Die Umfrage untersucht Handy-Kauf und -Nutzung sowie Kundenbindung in Europa und kommt zu dem Schluss, dass Mobilfunkbetreiber auf dem gesättigten Handy-Markt Schwierigkeiten haben, den Markt auszuweiten und die Umsätze zu steigern.

SIM-Karten speichern Netzwerkinformationen und werden zur Authentisierung und Identifizierung von Teilnehmern verwendet. Durch das Ersetzen der SIM-Karte eines Kontos durch die SIM-Karte eines anderen Kontos erhalten Kunden je nach Art des Anrufs und Netzwerks den günstigsten Preis. Durch das Vermarkten zusätzlicher SIM-Karten an Kunden können Betreiber ihre Umsätze steigern und Teilnehmer gewinnen, um sich so mehr Marktanteile zu sichern. „Die zusätzlichen Umsätze, die auf Kunden mit mehreren SIM-Karten zurückgehen, sind bedeutend“, so Jean Littolff, European Director für Nielsen Mobile. „Je mehr Karten ein Nutzer hat, desto mehr Geld gibt er aus. Dieser Trend gilt für jedes Land.“

Ein französischer Verbraucher, der 3 SIM-Karten besitzt, gibt 28 Prozent mehr aus als ein Verbraucher mit nur einer SIM-Karte. In anderen Ländern sind diese Zahlen sogar noch höher: +51 Prozent in Italien, +52 Prozent in Großbritannien, +79 Prozent in Spanien und +89 Prozent in Deutschland.

Die typischen Zielgruppen für zusätzliche SIM-Karten sind Nutzer mit hohen Ausgaben sowie große Datennutzer.

Die Umfrage deutet aber darauf hin, dass die Nutzung mehrfacher SIM-Karten nicht auf einige wenige Nischengruppen beschränkt ist. Laut Nielsen-Umfrage sind die Hauptgründe für die Nutzung mehrerer SIM-Karten (und mehrerer Handys) der Wunsch, private und geschäftliche Anrufe voneinander zu trennen, die Benutzung verschiedener Telefonnummern für Anrufe von verschiedenen Personen sowie die Beibehaltung einer alten SIM-Karte nach dem Kauf eines neuen Telefons. Zu den weiteren Gründen zählen das Reisen im Ausland, billigere Auslandsgespräche, Gratis-SIM-Karten bzw. Gratisminuten sowie die Inanspruchnahme von günstigen Tarifen und Werbeangeboten usw..

„Verbraucher sind weiterhin vorsichtig beim Ausgeben ihres frei verfügbaren Einkommens. Um Marktanteile zu sichern, haben Mobilfunkanbieter deshalb gleichzeitig die Verfügbarkeit von SIM-Karten und sogar Gratis-SIM-Karten erhöht. Viele dieser zusätzlichen SIM-Karten werden nicht benutzt oder nur für einen beschränkten Zeitraum aktiviert“, erklärt Littolff. „Die neue Norm könnte bald der „auflagenlose“ SIM-Karten-Vertrag sein, der dem Nutzer die vertraglichen Vorteile von Monat zu Monat bietet, den er aber jederzeit nach 30 Tagen kündigen kann. Das während der Laufzeit des Vertrages verbrauchte Geld sorgt aufgrund der niedrigen Produktions- und Lieferkosten für SIM-Karten für außergewöhnliche Rendite für die Betreiber, selbst wenn der Vertrag nach 30 Tagen gekündigt wird.“

Laut Nielsen Mobile deuten die Ergebnisse für das 1. Quartal 2008 möglicherweise darauf hin, dass Betreiber größere Anstrengungen unternehmen müssen, teurere Services und modernere Telefone an ihre Kunden zu verkaufen. Wenn es ihnen gelingt, die Nutzer davon zu überzeugen, mehrere SIM-Karten zu kaufen, was normalerweise mit dem Besitz mehrerer Geräte einhergeht, könnten sich ihre zukünftigen Erträge durch die zusätzliche Nutzung von Sprach-, SMS- und Datendiensten deutlich verbessern.

Nielsen

P2News

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