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EU-Kommissar Verheugen: Neue Doppelspitze wird unterschätzt

Der scheidende EU-Industriekommissar Günter Verheugen sieht die Europäische Union (EU) mit ihrer neuen Doppelspitze auf dem richtigen Weg. Europa werde mit ihnen stärker, sagte der 65 Jahre alte SPD-Politiker im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ratspräsident Herman von Rompuy würde sein unprätentiöses Auftreten hilfreich sein, Außenministerin Catherine Ashton würde weithin unterschätzt: „Sie hat in kurzer Zeit sehr viel erreicht, zum Beispiel ein enorm schwieriges Handelsabkommenmit Südkorea.“ Zehn Jahre lang hat Verheugen als EU-Kommissar die Erweiterung der EU vorangetrieben. Der Bogen zur Integration sei trotz der EU-Osterweiterung nicht überspannt, sagte er. „Jede europäische Nation darf in die EU, wenn sie das möchte und die Bedingungen erfüllt.“ Man könne keine neuen Trennlinien durch Europa ziehen. „Ein Land wie Georgien war schon Teil eines christlichen Europas, als unsere Vorfahren in Germanien noch dicke Bäume angebetet haben.“ Verheugen sprach sich erneut für einen Beitritt der Türkei in die EU aus. „Die Türkei hat seit fast 50 Jahren ein Beitrittsversprechen. Ihre Zugehörigkeit zu Europa war geostrategisch nie so wichtig wie heute.“ Der Islamhabe immer seinen Platz auch in Europa gehabt, so Verheugen. „Europa ist kein christlicher Club.“ Er schränkte jedoch ein: „Es gibt für die Türkei keinen Freifahrtschein in die EU.“ Der fundamentale gesellschaftliche und politische Wandel, den wir von der Türkei noch verlangen, gelinge nur mit einer klaren, unmissverständlichen Botschaft.

P2News/Kölner Stadt-Anzeiger

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