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EU-Erweiterung Kroatien

Das, was einst leicht schief „Ost-Erweiterung“ hieß und eine mächtig emotionale Angelegenheit war, ist ein sehr nüchternes Geschäft geworden. Kroatien hat die 35 Kapitel seines Qualifikationsprogramms abgearbeitet? Okay, dann gibt es keinen Grund, Zagreb länger im Wartestand zu lassen. Viel Überschwang und Überhöhung finden nicht mehr statt. Das ist kein großer Verlust. Mit salbungsvollen Parolen und frommen Verheißungen ist viel Schindluder getrieben, sprich: Enttäuschung auf beiden Seiten angerichtet worden. Die Aufnahme in die EU wurde für die Länder des einstigen Ostblocks zu einer derart überragenden Prestige-Angelegenheit, dass die Frage nach der Erfüllung der Voraussetzungen von der Hysterie ums Datum völlig verdrängt wurde. Für Kroatien und alle, die noch kommen werden, gilt: Beitritt erst nach bestandener Reifeprüfung. Wenn zutrifft, was die Kommission versichert, sind die Kroaten der am gründlichsten geprüfte Neuling aller Zeiten. Zugleich ist es gerade ein Dutzend Jahre her, dass das halbfaschistische Tudjman-Regime endete. Hyper-Nationalismus und Korruption sind längst nicht völlig überwunden. Kroatien ist willkommen. Vor allem als Beispiel, dass der Weg lang, das Ziel aber über entschlossene Reformen tatsächlich erreichbar ist.

P2News/Neue Westfälische

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