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Es lebe die Faser!

Audi R8 Spyder
Pessimisten könnten meinen, Automobilbauer seien in einer Sackgasse gelandet. Schließlich gingen die Erdölvorräte langsam zur Neige, das reine Elektroauto komme wegen seiner eingeschränkten Reichweite nicht überzeugend genug in Fahrt, und auch die Gewichtsspirale eines Pkws entwickele sich eher nach oben als nach unten, weil steter Zuwachs an Komfort und Assistenzsystemen, die der Information und Sicherheit dienen, zusätzliche Kilos bescheren. Das Fahrzeuggewicht aber, darüber herrscht Einigkeit, wirkt sich maßgeblich auf den Energiebedarf aus. Eine Überschlagsrechnung besagt, dass 100 Kilogramm Mehrgewicht den Kraftstoffverbrauch eines Pkws mit Verbrennungsmotor um 0,3 bis 0,6 Liter pro 100 Kilometer ansteigen lässt.

Konsequenter Leichtbau ist also die Devise. Bislang setzten Automobilhersteller im Karosseriebau und auch für bestimmte Fahrwerksteile auf vermehrten Einsatz von Aluminium. Audis Space-Frame-Technologie bescherte die ersten Aluminiumkarosserien. Die innovative ASF-Architektur wirbt inzwischen für den A8, den R8 und auch den TT. Beispielsweise wurde die Space-Frame-Karosserie der Coupé-Version des TT der zweiten Generation im Vergleich zum Startmodell mit Stahlblechkarosserie 90 Kilo leichter.

In Zukunft werden sich Automobilhersteller aber mehr und mehr auch einem Werkstoff zuwenden, der bisher vor allem für die Luftfahrtindustrie Bedeutung hatte: Carbonfaser-verstärktem Kunststoff. CFK ist leicht, dennoch sehr robust. Aber CFK ist teuer. Seine Vorzüge sind jedoch so überzeugend, dass die Autobranche die Produktion von Carbonfasern in großem Stil in Angriff nimmt, um dafür zu sorgen, dass CFK für den breiten Serieneinsatz im Automobilbau zur Verfügung steht und vor allem deutlich preiswerter angeboten werden kann. Die winzig kleinen Carbonfasern, ihr Durchmesser beträgt 0,005 Millimeter, dienen der Verstärkung von Kunststoffen, die dadurch erst genügend Stabilität bekommen, um im Fahrzeugbau eingesetzt werden zu können.

Hinter der BMW Group liegt der erste Spatenstich für ein Werk zur Produktion von Carbonfasern, das im Rahmen eines Joint Ventures mit der Wiesbadener SGL Group in Moses Lake (US-Bundesstaat Washington) errichtet wird. Dort will die SGL Automotive Carbon Fibers GmbH & Co KG bereits im dritten Quartal 2011 zwei Produktionslinien für Carbonfasern starten. Die Fasern werden exklusiv für die BMW Group hergestellt und für das geplante Megacity Vehicle verwendet, das unter einer Submarke von BMW im Werk Leipzig gebaut werden soll.

BMW begründet die Standortentscheidung vor allem mit der verfügbaren nachhaltigen Wasserkraft und den günstigen Energiekosten. Beigetragen zur Entscheidung hätten auch eine attraktive Infrastruktur, bestehende Industrien, gut ausgebildete Arbeitskräfte und rasche Genehmigungsverfahren, heißt es bei BMW.

P2News/auto-reporter

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