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Erst die Arbeit, dann der Job

Jobben statt Freizeit – viele Beschäftigte bessern ihr Gehalt mit einer Nebentätigkeit auf. Doch nicht immer muss der Arbeitgeber die Doppelbelastung dulden

Nach dem Büro geht es in die Bar – aber nicht zum gemütlichen Feierabendbier mit Kollegen, sondern zum Kellnern. Für viele Beschäftigte in Deutschland gehört der Nebenjob zum Alltag, über 60 Prozent üben ihre zusätzliche Tätigkeit sogar ständig aus. Doch häufig sind weder Arbeitnehmern noch Arbeitgebern die rechtlichen Voraussetzungen dafür hinreichend bekannt. Der Rechtsschutzversicherer Advocard informiert, wann Arbeitnehmer einer Nebentätigkeit nachgehen dürfen:

Grundsätzlich garantiert das Grundgesetz jedem Bundesbürger das Recht auf freie Berufsausübung. Deshalb bedarf es im Prinzip keiner ausdrücklichen Zustimmung des Arbeitgebers, um ein zweites oder gar drittes Arbeitsverhältnis einzugehen. Auch dann, wenn der Arbeitsvertrag vom Arbeitnehmer verlangt, sich Nebenjobs genehmigen zu lassen, muss ein Verbot sachlich begründet sein. Arbeitgeber müssen nicht jede Nebentätigkeit ihrer Angestellten akzeptieren. Das gilt vor allem, wenn der Arbeitnehmer dem Hauptarbeitgeber damit Konkurrenz macht oder sich die Arbeitszeiten überschneiden. Ein hauptberuflicher Kellner darf also durchaus vormittags einen Zeitschriftenstand neben dem Restaurant betreiben, in dem er abends serviert. Will er dagegen in der benachbarten Imbissbude jobben, kann sein Arbeitgeber dies unterbinden. Darüber hinaus darf auch die Arbeitsfähigkeit nicht von der Nebentätigkeit beeinträchtigt werden. Arbeitet beispielsweise eine Sekretärin bis drei Uhr morgens als DJ, hat ihr Chef genügend Gründe anzunehmen, dass dies ihre Haupttätigkeit negativ beeinflussen würde, und darf ihr das Plattenauflegen verbieten.

Während seines Urlaubs darf ein Arbeitnehmer laut Bundesurlaubsgesetz jedoch keiner Nebenbeschäftigung nachgehen, denn Urlaub muss der Erholung dienen. Wer das nicht beachtet, riskiert eine Abmahnung, im schlimmsten Fall sogar die Kündigung. Ausnahmen sind hier ehrenamtliche Tätigkeiten oder Jobs mit einem Erholungswert. Deshalb besser mit seinem Arbeitgeber darüber sprechen, wenn man während des Urlaubs eine Tätigkeit ausüben möchte.

P2News

News-Reporter
(Foto: Advocard/News-Reporter)
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