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Erbgut, Erziehung und Epigenetik prägen den Menschen

Eineiige Zwillinge werden zwar mit der gleichen DNA geboren, können sich im Alter aber sehr voneinander unterscheiden. Dafür verantwortlich sind Umwelteinflüsse, Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten, die auf die Gene einwirken. Das berichtet NATIONAL GEOGRAHIC DEUTSCHLAND. Neben Erbgut und Erziehung gilt die „Epigenetik“ als dritte Komponente bei der Prägung des Menschen. So können Umwelteinflüsse, wie Ernährung oder Rauchen, die Anheftung von Molekülen an ein Gen fördern, die die Funktion eines Gens verändern. Das kann zufällig geschehen, aber Wissenschaftler untersuchen zurzeit, ob und wie man auch gezielt in die epigenetischen Prozesse eingreifen kann, um die Wirkung der Gene zu beeinflussen. So weiß man mittlerweile, dass Gene durch bestimmte chemische Anhängsel blockiert werden können und versucht, diese Blockade durch Medikamente aufzuheben und neue Optionen für die Therapie von Krankheiten zu schaffen.

Die Untersuchungen von getrennt aufgewachsenen eineiigen Zwillingen und der Vergleich eineiiger und zweieiiger Zwillinge zeigen besonders gut, welchen Einfluss die Gene auf einen Menschen haben – und welchen Anteil die Umwelt hat. Da die vielen Gemeinsamkeiten eineiiger Zwillinge genetisch bedingt sind, werden die Unterschiede zwischen ihnen – die im Alter übrigens zunehmen – der Wirkung der Epigenetik zugerechnet. Der Einfluss der Umwelt ist allerdings begrenzt, bei bestimmten Körperwerten wie Blutdruck oder Cholesterin dominieren die genetischen Faktoren. Dass die Epigenetik hier keinen Einfluss hat, zeigen umfangreiche Forschungen mit eineiigen Zwillingen, die getrennt von einander aufgewachsen sind und ein ähnliches Erkrankungsrisiko hatten.

Eineiige Mehrlinge, wie die zuletzt in Leipzig geborenen Vierlinge, sind für die Forschung deshalb besonders interessant, weil sie die gleiche Erbinformation tragen. Unterschiede – ob gesundheitlich, charakterlich oder geistig – sind also wahrscheinlich immer auf Einflüsse von Erziehung oder Umwelt zurückzuführen. Außerdem kann man Ergebnisse von Untersuchungen an eineiigen Zwillingen mit denen an zweieiigen vergleichen. Zweieiige sind aus verschiedenen Eizellen hervorgegangen und haben nur die Hälfte ihrer DNA gemeinsam. Wenn einige Krankheiten bei eineiigen Zwillingen häufiger bei beiden auftreten als bei zweieiigen, dürfte das identische Erbgut dafür die Ursache sein.

P2News/Gruner+Jahr, National Geographic

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