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Entblätterte Kunden

„Wir haben Informationen über die Kaufgewohnheiten von rund 19 Millionen aktiven Kunden“, freute sich schon 2002 der damalige Karstadt-Quelle-Chef Urban. Seitdem sind die Menschen überall im Handel noch gläserner geworden. Jeder Kauf mit Kunden- und Kreditkarten – ob im Laden oder im Internet – hinterlässt eine breite Datenspur, die viele Händler begierig aufnehmen und durch ihre Computer jagen. Dort werden die Daten mit menschlichen Verhaltensmustern, mit Wahrscheinlichkeitstabellen und sonstigen Erkenntnissen verglichen – und sind plötzlich bares Geld wert. Das zunehmend berechenbare Kaufverhalten von Menschen ist hinter den Handelsfassaden längst ein großes Thema. Nicht nur optimale Lager, auch die gewinnträchtigsten Preise werden so ermittelt. Der Begriff „Künstliche Intelligenz“, mit dem Computerfirmen die Technik zur Kundendurchleuchtung anpreisen, ist aber etwas hoch gegriffen. Ja, er schreckt sogar ab und schürt bei datenbewussten Menschen die Angst vor der Zukunft. Nicht nur im Handel.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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