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Energieverbraucher sorgen sich um Klimaschutz – Aber nicht um jeden Preis

Accenture-Studie: Verbraucher wollen grüne Energie, aber beklagen geringes Angebot, unzureichende Informationen und hohe Preise

Trotz Wirtschaftskrise: Energieverbraucher weltweit machen sich Sorgen um den Klimawandel und wollen einen persönlichen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Allerdings sind bislang nur wenige bereit, für den Umweltschutz zu einem Anbieter klimafreundlich erzeugter Energie zu wechseln. Insbesondere bei den Deutschen wird sich die Lücke zwischen grün denken und grün handeln schließen, wenn auch langsam. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, für die der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture mehr als 10.500 Verbraucher in 22 Ländern befragt hat. In Deutschland nahmen 527 Personen an der Umfrage teil. Der Erhebung zufolge ist die Besorgnis über die Auswirkungen der globalen Erderwärmung in den Schwellenländern größer als in den westlichen Industrienationen.

Laut Umfrage machen sich neun von zehn Verbrauchen (86 Prozent) weltweit Sorgen über die Folgen des Klimawandels. Somit hat der Klimaschutz für das Gros der Befragten trotz Wirtschafts- und Finanzkrise im Vergleich zur Vorjahresstudie immer noch die gleiche Dringlichkeit. Allerdings ziehen die Verbraucher weiterhin nur zögerlich Konsequenzen für ihr eigenes Handeln: Weltweit gaben weniger als 60 Prozent an, ihre persönliche CO2-Bilanz im vergangenen Jahr zumindest etwas verbessert zu haben. Ein Viertel der Verbraucher (26 Prozent) hatte überhaupt keine Anstrengungen in dieser Richtung unternommen. Nur 16 Prozent der Befragten hatten ihr Verhalten zugunsten des Klimaschutzes deutlich verändert.

Verbraucher in den Schwellenländern machen sich insgesamt größere Sorgen über die künftigen Auswirkungen des Klimawandels als Menschen in der westlichen Welt. So ist die Mehrheit der Bevölkerung (56 Prozent) in den Wachstumsregionen überzeugt, dass die globale Erderwärmung eine direkte Bedrohung für das eigene Leben darstellt. In den Industrienationen sind dagegen nur knapp ein Drittel (28 Prozent) der gleichen Meinung.

„Die westlichen Industrieländer können nicht automatisch darauf vertrauen, beim Klimaschutz weltweit auf Dauer Vorreiter zu sein und eine Führungsposition einzunehmen“, sagt Stephan Werthschulte, Geschäftsführer im Bereich Energieversorgungswirtschaft bei Accenture. „Investitionen zur Senkung des CO2-Ausstoßes werden künftig eher in Regionen fließen, die finanzielle Anreize für neue Umwelttechnologien schaffen. Außerdem natürlich in Märkte, in denen eine von Grund auf neue Infrastruktur entsteht.“

Die grundsätzliche Einstellung der Deutschen hinsichtlich des Klimawandels hat sich kaum verändert: Die große Mehrheit (82 Prozent) macht sich, ungeachtet der Finanz- und Wirtschaftskrise, weiterhin Sorgen über den Klimawandel. Mehr als zwei Drittel (72 Prozent) haben außerdem Angst, dass die Erderwärmung auch zu einer persönlichen Bedrohung werden könnte. Nur rund ein Drittel (37 Prozent) der Deutschen sind optimistisch, dass es möglich ist, den CO2-Ausstoß zu verringern und den Klimawandel zu stoppen.

Noch vor einem Jahr hatte sich in der ersten Klimaschutz-Verbraucherstudie von Accenture die überwältigende Mehrheit (89 Prozent) der Deutschen dafür ausgesprochen, einen persönlichen Beitrag für die Senkung des CO2-Ausstoßes zu leisten und zu einem umweltfreundlichen Energieversorger zu wechseln. Doch die Realität sieht differenziert aus: An der grundsätzlichen Einstellung der Verbraucher zum Klimawandel hat sich kaum etwas verändert, doch hat sich auch gezeigt, dass CO2-Einsparungen nicht umsonst zu haben sind und die verschiedenen Technologien zur Stromerzeugung alle ihre Vor- und Nachteile haben. In Deutschland ist die Wechselrate grundsätzlich auf einem niedrigen Niveau. Jeder fünfte Verbraucher, der seinen Energieversorger gewechselt hat, hat einen grünen Anbieter mit klimafreundlichen Produkten ausgewählt. In den vergangenen zehn Jahren haben insgesamt nur rund 22 Prozent aller Verbraucher überhaupt ihren Energieanbieter gewechselt – Umzugswechsler mit eingerechnet. Ende 2008 bezogen laut E&M-Ökostrombarometer gerade einmal 1,6 Millionen Verbraucher Ökostrom. Als Gründe für das Zögern der deutschen Verbraucher, in einen Öko-Tarif zu wechseln, nennen in der Accenture-Studie 83 Prozent der Befragten die höheren Preise für erneuerbare Energie, zu wenig Informationen über alternative Energieprodukte (73 Prozent) und einen Mangel an grünen Angeboten (68 Prozent) seitens der Versorger.

„Der Strommarkt wird nicht größer, wer auch in Zukunft vorne mitspielen möchte, muss sich auf drei Treiber einstellen: Erstens haben wir heute ein viel bunteres Wettbewerbsumfeld. Zweitens ist die Klimadebatte mittlerweile im Mainstream etabliert, und drittens streben die Verbraucher – nach endlosen Debatten um die Versorgungssicherheit und den all-weihnachtlichen Gas-Streits – nach Unabhängigkeit. Die Energieversorger müssen sich diesen Entwicklungen stellen und mit Überzeugung und Mut zu Innovationen diese Veränderungen mitgestalten“, sagt Stephan Werthschulte.

P2News

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