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Eklat im Aufsichtsrat der Dresdner Bank

Bei der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank knirscht es weiter kräftig. Vergangene Woche kam es bei der Aufsichtsratssitzung der Dresdner Bank zum Eklat. Das bestätigten mehrere Teilnehmer der Aufsichtsratssitzung dem Handelsblatt. Nach den kurzfristig vorgelegten Zahlen der Wirtschaftsprüfer von KPMG lag die Eigenkapitalausstattung des Instituts zum Jahresende unterhalb der gesetzlichen Mindestanforderung. Die Kontrolleure der Dresdner Bank verweigerten daraufhin in der turbulenten Sitzung die Billigung des Jahresabschlusses 2008. Als Konsequenz beschloss der Aufsichtsrat Insidern zufolge, sich auf den 17. März zu vertagen und dann über die Bilanz zu entscheiden. Die Dresdner Bank, ihr bisheriger Eigentümer Allianz, die Commerzbank und KPMG wollten sich nicht zu der Sitzung äußern.

Ein Commerzbank-Sprecher stellte aber klar, dass die Eigenkapitalausstattung der kombinierten Bank aktuell bei „gut zehn Prozent“ liege. „Ungeachtet dessen hat der Commerzbank-Vorstand beschlossen, das Eigenkapital der Dresdner Bank um vier Mrd. Euro zu erhöhen“, fügte er hinzu. Damit stelle die Bank sicher, dass die Tochter auch für sich alleine gestellt den regulatorischen Mindestanforderungen entspreche.

Mehrere Teilnehmer der Dresdner Aufsichtsratssitzung bestätigten, die Wirtschaftsprüfer von KPMG hätten am vergangenen Mittwoch die Kernkapitalquote auf 3,7 Prozent beziffert. Dies sind drei Zehntel Punkte weniger, als das Gesetz vorschreibt. Die Dresdner hatte Ende Februar in einer Pressemitteilung „rund 4,0 Prozent“ als vorläufige Größe genannt. „Die Stimmung in der Sitzung war sehr gereizt“, beschrieb ein Teilnehmer die Vorgänge. Ein Aufsichtsrat habe sogar die Frage gestellt, ob die späte Information des Kontrollgremiums nicht ein Verstoß des Managements gegen die Sorgfaltspflicht darstelle. Für zusätzliche Irritation habe der Umstand gesorgt, dass auch Commerzbank-Chef Martin Blessing nichts vom Unterschreiten der Mindestkapitalanforderungen gewusst habe. Er sei offenbar von Dresdner-Finanzchef Klaus Rosenfeld nicht informiert worden, sagten Eingeweihte. Dabei habe dessen Bereich im Vorfeld der Sitzung Bundesbank und BaFin kontaktiert. Beide Aufsichtsbehörden lehnten eine Stellungnahme ab.

P2News

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