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Ein zähes Ringen

Am deutschen Aktienmarkt geht das Kräftemessen weiter. Auf der einen Seite stehen die Optimisten, die in den Wirtschaftsdaten der nun abgelaufenen Woche neue Hinweise für eine Stabilisierung der US-Konjunktur erkennen. Auf der anderen Seite stehen die Pessimisten, denen die kräftige Kurserholung seit Mitte März viel zu schnell ging und die deshalb alsbald mit einer Korrektur rechnen. Beide Lager scheinen in etwa gleich stark, wer dabei die Oberhand behält, vermag zurzeit kaum jemand seriös zu sagen. Und so pendelt der Dax seit Monatsbeginn zwischen 7000 und 7200 Zählern seitwärts, die Handelsumsätze bleiben dabei zumeist sehr dünn.

Dass der deutsche Leitindex aus dieser engen Spanne nach oben ausbricht, halten zurzeit allerdings selbst optimistische Adressen wie die Deutsche Postbank für eher unwahrscheinlich, weil die latenten Risiken zu gewichtig sind. Das Institut sieht den Dax auf Sicht von zwölf Monaten zwar auf Rekordniveau zwischen 8150 und 8350 Punkten, die seit März anhaltende Aufwärtsbewegung sollte nun aber auslaufen. Dieser Meinung ist auch Morgan Stanley, nur dass die Investmentbank auch auf längere Sicht nur wenig Potenzial für Aktien erkennt. Der Bärenmarkt, so teilte das Institut mit, werde noch sechs bis zwölf Monate dominieren und die Kurse zurück auf das Niveau von Mitte März drücken.

Nur nichts verpassen

Selbst Pessimisten bleiben aber investiert, weil sie denkbare zusätzliche Kursgewinne nicht verpassen wollen. Den für einen weiteren Anstieg notwendigen Impuls könnte z.B. der Ölmarkt liefern, vorausgesetzt, dass sich die Situation dort weiter entspannt. Am Freitag verbilligte sich der Terminkontrakt auf ein Barrel Öl der Sorte WTI auf rund 125 Dollar. In der Vorwoche hatte der Kontrakt noch jenseits von 135 Dollar notiert.

Als Signal für einen anhaltend fallenden Preis führen Analysten die Reaktion auf die US-Lagerdaten am Donnerstag an. Obwohl die Bestände in den USA nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur auf Wochenbasis um rund 9 Mill. Barrel sanken, gab der Ölpreis weiter nach. Schon weisen Akteure deshalb darauf hin, dass der Markt inzwischen überkauft sei und außerdem zuletzt auch die Metallnotierungen deutlich nachgegeben hätten. Da sei es unwahrscheinlich, dass sich der Ölpreis dauerhaft von dieser Entwicklung abkoppele. Zudem kursierten am Freitag Meldungen, die US-Aufsicht gehe verstärkt gegen Ölspekulanten vor.

Sollte der Preis tatsächlich in Richtung 110 Dollar fallen – so wie von der LBBW prognostiziert -, würde dies die latenten Risiken an den Aktienmärkten in jedem Fall verringern. Dort steht die Hausse des Schwarzen Goldes insbesondere für zunehmende Inflationsgefahren sowie sinkende Firmengewinne. Dies führte dazu, dass viele Anleger vor Anschlusskäufen oder sogar neuen Engagements zurückschrecken.

Börsen-Zeitung,P2news

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