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Dortmund führt 15-Euro-Ticket ein

So konkret muss Sozialpolitik sein. Im Lebensunterhalt, den der Staat Menschen ohne ausreichende eigene Einkünfte zugesteht, sind lediglich 14 Euro für öffentliche Verkehrsmittel eingerechnet. Verdammt wenig, der Betrag reicht normalerweise gerade mal für vier Busfahrten im Monat aus. Mit der Einführung des Sozialtickets für nur 15 Euro gleicht Dortmund aber nicht nur einen Mangel in der Berechnung der Hartz IV-Regelsätze aus. Es macht Menschen, für die ohnehin schon so viele Angebote unerreichbar sind, wenigstens wieder mobil. Bei manchen verhindert die Stadt damit wohl auch ein Abdriften in Illegalität; in Köln fahren durchs Sozialticket weniger Menschen schwarz. Der Starke stützt den Schwachen, nach diesem Prinzip sollte jede Gesellschaft funktionieren. Dortmund, sonst vor allem auf die Profilierung als Standort für Wissenschaft und Forschung fixiert, handelt hier in vorbildlicher Weise. Die Millionen, mit denen die Stadt die Sozialtickets ermöglicht, holt sie sich später vom Verkehrsunternehmen, den Stadtwerken, zurück.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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