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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2010

Die konjunkturelle Erholung in Deutschland setzt sich gefestigt fort. Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung dürfte im zweiten Quartal dieses Jahres merklich stärker ausfallen als im ersten Quartal. Im ersten Quartal erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal leicht um 0,2 %2 und damit ebenso stark wie im Schlussquartal 2009. Belastend wirkten im ersten Quartal vor allem der deutlich negative Außenbeitrag sowie der erneute Rückgang der privaten Konsumausgaben. Den stärksten Wachstumsbeitrag lieferte der Vorratsaufbau. Impulse kamen auch von den Ausrüstungsinvestitionen. Sie wurden durch Ersatzbeschaffungen im Bereich des gewerblichen Kfz-Leasings gestützt. Die Bauinvestitionen wurden dagegen durch den strengen Winter gedämpft. Der Rückgang war aber geringer als erwartet, weil bereits ab März Nachholeffekte zu verzeichnen waren. Aber auch die industrielle Erzeugung wurde im Frühjahr weiter ausgeweitet.

Die rege in- und ausländische Bestelltätigkeit in der Industrie und beim Bau sprechen dafür, dass sich die Erholung fortsetzt und weiter an Breite gewinnt. Gleichwohl sind konjunkturelle Risiken durchaus vorhanden, wie der kräftige Rückgang der immer noch positiven ZEW-Konjunkturerwartungen signalisiert.

Der Anstieg der Erzeugung im Produzierenden Gewerbe setzte sich im April erwartungsgemäß etwas verlangsamt um 0,9 % fort.

Die außergewöhnlich starke Frühjahrsbelebung, von der vor allem der Bau profitierte, sorgte nach kräftiger Ausweitung der Erzeugung im März auch im April noch für ein deutliches Produktionswachstum im Bauhauptgewerbe von 2,6 %. Die Industrieproduktion erhöhte sich im April, nach ebenfalls deutlicher Zunahme im Vormonat, zuletzt um 0,5 %. Ihren Vorjahresstand

überschritt die Bauleistung arbeitstäglich bereinigt zuletzt um 4,8 %, die industrielle Erzeugung lag um 14,1 % höher als ein Jahr zuvor. Die tendenziell lebhafte Bestelltätigkeit kündigt sowohl für den Bau als auch für die Industrie von weiter spürbaren Produktionsimpulsen. Im Bauhauptgewerbe waren im März zwar 2,3% weniger Bestellungen zu verzeichnen. Im gesamten ersten Quartal lag das Auftragsvolumen angesichts eines extrem starken Aufwuchses im Februar aber deutlich im Plus. Kräftige Impulse erhielt vor allem der durch staatliche Aufträge geprägte Tiefbau.

Aber auch der Wohnungsbau dürfte angesichts zunehmender Baugenehmigungen moderat expandieren. Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen legte im April auf breiter Front weiter deutlich um 2,8 % zu und zeigt sich auch in der Tendenz kräftig aufwärts gerichtet. Dabei ist neben der anhaltend lebhaften Auslandsnachfrage eine deutliche Belebung der Bestellungen aus dem Inland zu verzeichnen.

Die Einzelhandelsumsätze – ohne Handel mit Kfz – legten im April zwar um 1,0 % zu, blieben aber in der Tendenz unverändert. Bei den Pkw-Neuzulassungen der privaten Haushalte zeigt sich noch keine Besserungstendenz. Die tendenzielle Aufhellung des Geschäftsklimas im Einzelhandel spricht aber für eine bevorstehende Trendwende. Die stabile Beschäftigungsentwicklung, moderat zunehmende Arbeitseinkommen, abklingende Entzugseffekte der Pkw- Umweltprämie sowie fiskalische Impulse dürften dazu führen, dass sich die privaten Konsumausgaben im weiteren Verlauf des Jahres wieder erhöhen.

Der deutsche Außenhandel schwächte sich zuletzt im April deutlich ab. Die Ausfuhren in jeweiligen Preisen gingen um 5,9 %

und die Einfuhren sogar 7,3 % zurück. Angesichts der kräftigen durch Nachholeffekte gestützten Zunahmen der Ein- und Ausfuhren im Monat zuvor sind Rückpralleffekte allerdings nicht ungewöhnlich. Tendenziell entwickelt sich der Außenhandel weiter ausgesprochen lebhaft. Dies dürfte sich angesichts des an Dynamik und Breite gewinnenden Erholungsprozesses der Weltwirtschaft auch in den kommenden Monaten fortsetzen.

Während die anhaltend lebhafte Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern und die erneute Verbesserung der Exporterwartungen der Unternehmen weiter anziehende Ausfuhren indizieren, dürften die Einfuhren von der sichtbaren Belebung der Binnenkonjunktur profitieren.

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt setzte sich kräftig fort. Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich im April saisonbereinigt um 38.000 und bestätigt die seit Mitte 2009 zu verzeichnende stabile Entwicklung. Besonders augenfällig war der Anstieg bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im März von saisonbereinigt 82.000 Personen. Allerdings steht den Zunahmen in einigen Dienstleistungsbereichen weiterhin ein Abbau der Beschäftigung in der Industrie gegenüber. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fiel im Mai saisonbereinigt mit 45.000 ebenfalls nochmals deutlich aus. Insgesamt gab es im Mai 3,242 Mio.

Arbeitslose, 217.000 weniger als vor einem Jahr. Die Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt haben sich weiter aufgehellt und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften, gemessen an der Zahl der offenen Stellen, zog weiter an. Die Risiken eines Rückschlags nehmen angesichts allmählich wieder steigender Kapazitätsauslastung weiter ab.

Die Verbraucherpreise entwickeln sich stabil. Sie lagen im Mai 1,2 % über ihrem Vorjahresniveau. Die schleppende Entwicklung der Nachfrage der privaten Haushalte dämpft derzeit die Entwicklung der Lebenshaltungskosten trotz spürbar höherer Energiepreise. So betrug die Kerninflationsrate im Mai nur 0,7 %.

Auf den vorgelagerten Stufen waren es weiterhin anziehende Rohstoffpreise, die, durch die Abschwächung des Euros verstärkt, die Einfuhr- und Erzeugerpreise steigen ließen. Im Juni wurden die Rohstoffpreise einschließlich Ölpreise einer gewissen Korrektur unterzogen. Notierte der Rohölpreis Anfang Mai bei 88 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent, lag er zur Monatsmitte bei rund 74 US-Dollar.

P2News/ Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

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