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Die Suche nach alternativen Energiequellen wird immer dringender

Erinnert sich noch jemand? Gerade einmal ein knappes halbes Jahr ist sie her, die gute alte Zeit der Ölbullen. Die Zeit, als ein Fass der US-Leichtölsorte West Texas Intermediate WTI 147 Dollar kostete, den höchsten jemals gezahlten Preis für das schwarze Gold. Diese Zeit scheint vergessen, inzwischen dümpelt der Preis bei gut 54 Dollar, vor Wochenfrist fiel die Notierung gar unter 50 Dollar – und dies obwohl Experten vor nicht allzu langer Zeit davon sprachen, dass die Notierung allein aus fundamentalen Gründen gar nicht mehr unter die Spanne von 60 bis 70 Dollar rutschen könne. Denn dies ist der Bereich, ab dem viele wichtige Ölfelder erst rentabel sind – namentlich die kanadischen Ölsande.

Doch unter diesen Prohibitivpreis ist Öl gefallen, und nun verbrennen die kanadischen Ölsandkonzerne jeden Tag munter Geld. Und auch der als großer Hoffnungsträger gefeierte Riesenfund Carioca vor der Küste Brasiliens ist beim derzeitigen Preisniveau in der Erschließung nicht realisierbar.

Wer braucht noch Öl?

Hintergrund für den Preisverfall ist die Aussicht auf eine Rezession – eine Rezession, wie sie die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen hat. Denn wenn weltweit die Wirtschaft den Bach runtergeht, wer braucht dann noch Erdöl?

Doch diese Argumentation greift zu kurz: Zwar haben eine Reihe von Experten ihre Ölpreisprognosen deutlich nach unten geschraubt, aber nur auf kurze Sicht, in der längeren Perspektive – etwa einem Horizont von zwölf Monaten – lauten die Prognosen unverändert hoch. Ob die Hoffnung auf eine weltweite Erholung ab dem zweiten Halbjahr 2009 wirklich gerechtfertigt ist, sei einmal dahingestellt. Fundamental gesehen spricht einiges dafür, dass der aktuelle Einbruch der Preise nur eine kurze Episode der weltweiten Finanzgeschichte sein wird. Denn trotz einer weltweiten Konjunkturflaute steuert die Welt auf eine Ölkrise zu, die – so paradox es klingen mag – durch die aktuelle Finanzkrise noch verstärkt werden könnte. Denn grundsätzlich hat sich an der Situation an den Rohstoffmärkten trotz Lehman-Pleite oder Citigroup-Schieflage nicht viel verändert. Sicherlich wird die Nachfrage in den kommenden Monaten und vielleicht auch Jahren gedämpft sein, aber dennoch bleibt eine Aussage bestehen: Die weltweiten Erdölvorräte gehen zur Neige, und die Förderung bekannter Reserven wird teurer. Und schon vor der Kernschmelze im Finanzsystem zeichnete sich ein Angebotsengpass ab, nicht zuletzt auch deshalb, weil jahrelang dringend notwendige Investitionen in Fördertechnik und Erschließung ausgeblieben sind. Wie sollte man den Ölkonzernen auch einen Vorwurf daraus machen? Bei Preisen von 20 Dollar je Barrel lohnt sich nur bei wenigen Feldern die Erschließung. Doch durch die Finanzkrise, die Rezessionsaussichten und den daraus resultierenden Einbruch beim Ölpreis werden diese Investitionen vielerorts ein weiteres Mal zurückgestellt, mit langfristig fatalen Folgen. Denn auch wenn die Wirtschaft noch lange Zeit für eine Erholung von dem Finanzschock braucht, wird sich an dem grundlegenden Bild nichts ändern: Die Ölnachfrage wird steigen. Das hat auch unlängst die Internationale Energieagentur erkannt und einen radikalen Umschwung in der weltweiten Energiepolitik gefordert: Das Zeitalter der Kohlenwasserstoffe neigt sich seinem Ende entgegen. Die Rohstoffe sind endlich, und die Suche nach alternativen Energiequellen wird immer dringender – vor allem auch aus Klimaschutz gründen.

Börsen-Zeitung, P2news

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