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Die Pille wird 50

Fünfzig Jahre gibt es nun die Pille. Fünfzig Jahre ohne Angst, schwanger zu werden. Natürlich ist das eine große Sache. Manche – wie die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer – feiern das Datum als historisches Ereignis: Für sie ist es die Geburtsstunde der Befreiung der Frau. Historisch gesehen ist das richtig: Dank der Pille konnten Frauen endlich selbst bestimmen, ob sie ein Kind bekommen wollten oder nicht. Endlich waren sie für sich verantwortlich. Endlich konnten sie ihre Liebe ausleben, ohne Angst. Doch die Pille hat Nebenwirkungen. 80 Millionen Frauen in 130 Ländern fügen ihrem Körper Tag für Tag Hormone zu, die sie in eine künstliche Schwangerschaft bugsieren. Die Gefahren heißen: Thrombosen, Herzinfarkt, Schlaganfall. Eine riskante Emanzipation. Und damit nicht genug. Dank der Pille wurden Männer komplett aus der Verantwortung genommen. Dass die Verhütung damit allein in Frauenhand liegt, ist schlimm genug. Ein Sieg der Gleichberechtigung? Klingt heute irgendwie seltsam. Emanzipation muss ein Lernprozess sein. Glücklicherweise raten viele Frauenärzte heute jungen Mädchen: Sie sollen mit ihrem Freund über die Verhütung per Kondom sprechen. Emanzipation heute heißt also auch, dass Jungs mit in die Frauenarztpraxis gehen – und Mädchen Kondome kaufen.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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