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Die Legende von der Brillenschlange

Weder Brillenschlange noch neunmalklug: Kinder gehen mit dem Thema Brille unbefangen um

„Mit der Anna spiele ich nicht, die ist voll doof!“ Kinder sind bei der Wahl ihrer Freunde rigoros. Wer am Nachmittag zum Spielen kommen darf und wer nicht, hängt von vielen Faktoren ab – auch Äußerlichkeiten. Doch Eltern können aufatmen: Braucht ihr Sprössling eine Brille, wird er deswegen von Kameraden in Kindergarten oder Schule nicht geschnitten. Dies belegt eine wissenschaftliche Studie. Forscher vom Southern California College of Optometry untersuchten erstmals, welchen Einfluss eine Brille auf das Ansehen von Kindern bei ihren Altersgenossen hat. Die Ergebnisse der Studie sagen klar: Ob ein Kind eine Brille trägt, ist bei der Auswahl eines Spielkameraden ziemlich egal. Kinder gehen unbefangen mit dem Thema Brille um, „unbefangener als viele Eltern“, weiß Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen.

Für ihren Test fotografierten die Wissenschaftler Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren und legten die Fotos 80 gleichaltrigen Kindern vor. Der Kniff dabei: Von den Porträtierten gab es zwei Fotos, einmal mit und einmal ohne Brille. Um auszuschließen, dass sich die Befragten vom Gesichtsausdruck auf dem Foto beeinflussen ließen, griffen die Forscher zu einem Kniff: Sie setzten den Kindern fürs Brillenporträt keine Brille auf, sondern retuschierten diese elektronisch ins Bild. So hatten sie zwei bis auf die Brille identische Porträts.

Anhand dieser Fotos sollten die Teilnehmer der Versuchsgruppe beurteilen, welches Kind intelligenter und besser aussieht und welches sie für sportlicher, schüchterner und ehrlicher halten. Zuletzt fragten die Tester, mit welchem sie lieber spielen würden. Das Ergebnis: Die Brille spielt keine Rolle dabei, ob ein Kind ein anderes für schüchtern, ehrlich oder attraktiv hält. Sogar bei der Beurteilung, ob jemand sportlich oder unsportlich ist, schnitten die Brillenträger genauso gut ab wie Kinder ohne Brille. Erst recht machten die Kinder anhand der Brille keinen Unterschied, ob sie mit einem Kind spielen wollen oder nicht. Lediglich in einem Punkt gab es Abweichungen. Kinder mit Brille werden von anderen als intelligenter eingeschätzt. „Schon im Kinderprogramm ist die Brille das Markenzeichen des Pfiffikus“, sagt Kerstin Kruschinski. „Und auf andere klug zu wirken ist bestimmt kein Nachteil.“

News-Reporter

P2News

(Foto: F. Sonnenberg/KGS/News-Reporter)
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