Werbeanzeige
Home / Politik / Politik Deutschland / Die Ideen der Hannelore Kraft zu Hartz IV verfehlen das Ziel
Werbeanzeige

Die Ideen der Hannelore Kraft zu Hartz IV verfehlen das Ziel

Kraft Hannelore

Und noch eine Finte im Kampf um die Lufthoheit über den Stammtischen. Nach Guido Westerwelles Forderung, Hartz-IV-Empfänger sollten doch die Bürgersteige von Schnee befreien, bereichert nun die Vorsitzende der NRW-SPD, Hannelore Kraft, die Diskussion um einen verzichtbaren Beitrag. Sie schlägt vor, dass Langzeitarbeitslose beispielsweise in Altenheimen als Vorleser fungieren sollen. Jeder Vierte werde ohnehin keine richtige Arbeit mehr finden. Das ist das Eingeständnis, dass der rot-grüne Plan, Arbeitslosen über Ein-Euro-Jobs die Rückkehr auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen, gescheitert ist.

Und schon frohlockt die politische Konkurrenz, und es entzündet sich die sattsam bekannte Debatte, in der es um alles geht, nur nicht um die wirklich wichtigen Fragen: Welchen Sozialstaat kann Deutschland sich in Zukunft noch leisten? Wie kann Hartz IV reformiert werden, ohne den wirklich Bedürftigen zu schaden und ohne Steuern sowie Lohnkosten zu erhöhen?

Weder Westerwelle noch Kraft haben darauf bisher Antworten gegeben. Was sie fordern, mag an manchem Stammtisch Jubelstürme auslösen, aber es hilft nicht, weil es den Sozialetat nicht entlastet. Denn weder fürs Schneeschippen noch fürs Vorlesen in Altenheimen gibt der Staat bisher Geld aus.

Es spricht natürlich überhaupt nichts dagegen, dass Leistungsempfänger dort arbeiten, wo sie privatwirtschaftliches Engagement nicht beeinträchtigen. Und so mancher Ehrenamtler wäre sicher froh um zusätzliche Unterstützung durch wirklich motivierte Helfer. Aber mit der Diskussion um die Zukunft von Hartz IV hat all das nichts zu tun. Hier geht es um die Frage, ob Regelsätze die richtige Höhe haben. Es geht darum, ob Unterstützung nicht auch als Sachleistung gewährt werden sollte. Und es geht um die Frage, wie der Staat verhindern kann, dass Hartz-IV-Karrieren von Eltern auf ihre Kinder vererbt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angenehm unaufgeregt über Sachleistungen in Form von Bildungsangeboten für Kinder nachgedacht. Das ist endlich eine der richtigen Antworten auf die vielen offenen Fragen zur Zukunft von Hartz IV. Weitere müssen folgen. Dabei ist eines sicher: In der Luft über Stammtischen sind sie nicht zu finden.

P2News/Westdeutsche Zeitung

Werbeanzeige

Check Also

Annette Schavan: CDU bleibt neugierig auf die Piraten

Die stellvertretende CDU-Chefin Annette Schavan blickt wachsam auf den Erfolg der Piratenpartei. „Gerade das sich …

Ein Kommentar

  1. 25 % der Langzeitarbeitslosen sind also nicht mehr vermittelbar ?!
    Sollen sich diese Leute und alle anderen mit solchen Perspektiven zufrieden geben ?!
    Die Antwort lautet klar : Nein !
    Es ist schon schlimm genug, an allen Ecken und Enden sparen zu müssen und die derzeitigen, von pesimistischen Untertönen geprägte Hartz IV Debatte miterleben zu müssen.
    Die Politik sollte dazu übergehen, die betroffenen Menschen moralisch wiederaufzurichten und ihnen jede erdenkliche Hilfe zuteil werden zu lassen, anstatt mit unnützen Debatten die Depression dieses Landes zu vertiefen.
    Wenn man es auf den Punkt bringen will, könnte man sagen:
    Es fehlen wirkliche Profis und die entsprechende Menge an Profis in den Argen, um die Menschen wieder wettbewerbsfähig zu machen.
    Potenzielle Arbeitgeber tragen oft auch eine erhebliche Schuld an der derzeitigen Misere des hiesigen Arbeitsmarktes:
    Oft genug wird Hartz – IV Empfängern aufgrund von Vorurteilen keine Chance mehr gewährt. Deutschland ist leider kein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern eher ein Land der unbegrenzten Vorurteile und Neid-Debatten.
    Hier sollte die Politik – wenn sie dazu überhaupt noch fähig ist – ansetzen. Ein Staatssystem ist für ALLE da und professionelle Unterstützung – ohne dass das Wort „Hilfe“ wieder mit 1,- € Billig-Jobs und „mildtätigen Tätigkeiten“ pervertiert wird – ist das, was sich Deutschland ohne Wenn und Aber leisten MUSS.
    Wer aber den Betroffenen, die es ohnehin schwer haben, jede Hoffnung nehmen und die Menschen zu Bettlern degradieren will, sollte seine Denkweise überprüfen – auch und gerade dann, wenn gute Absichten die Basis für diese Überlegungen waren.
    Schon in der Bibel steht: „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“.
    Und: Die Hoffnung auf ein schönes Jenseits reicht – verständlicherweise – den meisten Menschen für dieses Leben nicht aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.