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Die gefühlte Inflation ist größer als 3,3%

Alles Quark oder was? Mit einem Anstieg von 31,1 Prozent stand das Molkereiprodukt im Juni an der Spitze der Preistreiber. An der Spitze heißt: Viele andere Produkte haben sich sehr viel weniger verteuert. Allerdings gibt auch der Durchschnittswert von 3,3 Prozent Anlass zu Besorgnis. Das Ärgerliche an der derzeitigen Inflation ist, dass sie von den Steigerungen bei Energie und Lebensmitteln angetrieben wird. Auf einen Flachbildschirm kann man eventuell noch eine Weile verzichten und den alten Fernseher vielleicht weiter benutzen. Aber beim Mittagessen das Stück Fleisch streichen? Das wollen – und müssen zum Glück – die meisten doch nicht. Was die Energiekosten betrifft, so sind auch im Privatbereich Einsparungen möglich – nur nicht in jedem Fall und nicht von heute auf morgen. Weil also die Steigerungen besonders in den Alltag einschneiden, sind die gefühlte Inflation und die Betroffenheit gerade beim ärmeren Drittel der Bevölkerung viel größer als die statistischen 3,3 Prozent. Bei Haushalten mit weniger als 1750 Euro Monatseinkommen knabbert die Inflation direkt an der freien Spitze und damit an dem Geld, das für größere Anschaffungen (Auto, PC, Waschmaschine, Möbel, Reise) und kleinere Vergnügungen (Kneipe, Ausflug) zurückgelegt wird. Das tut weh! Also doch alles Quark? Nein, aber ein deutlicher Hinweis, dass Politiker, Unternehmer und Gewerkschafter nicht an die Inflation gewöhnen dürfen.

Westfalen-Blatt

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