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Die FDP nach Westerwelle

Das neue Jahrzehnt bringt offenbar einen neuen Typus Politiker hervor. Früher konnte die Teilhabe an der Macht nicht lang genug sein, heute zucken sie eher davor zurück. Roland Koch und Ole von Beust wollten sie nicht mehr. Christian Lindner und Philip Rösler hingegen wollen sie lieber noch nicht. Es mag sein, dass Rösler die Sorge umtreibt, dann Frau und Töchter noch seltener sehen zu können. Und es mag auch sein, dass Lindner lieber erst noch ein paar Jahre als Generalsekretär üben will, wie man das Hauen und Stechen in der FDP in den Griff bekommt, bevor er als Parteichef aus der Deckung kommt. Aber das Zögern zeugt auch davon, dass Guido Westerwelle die Partei zwar auf Sieg getrimmt und an die Macht geführt hat, dass er aber keinen Vorrat an liberalen Ideen angelegt hat, die die Wähler faszinieren und für die es sich aus Sicht der FDP zu kämpfen lohnt. Auch deshalb tut sich der Nachwuchs so schwer, weil er ahnt, dass sich ein Loch inhaltlicher Leere nicht allein personell ausfüllen lässt. Dass Rösler eher für Koalitionen mit den Schwarzen und Lindner eher für Bündnisse mit Roten steht, greift zu kurz. Die Partei muss viel grundlegender entscheiden, wohin sie nach der Zeit mit Westerwelle will. Egal mit wem.

P2News/Rheinische Post

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