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Die ersten Amtswochen von Verteidigungsminister Guttenberg

Für manche macht er ja fast schon eine zu gute Figur: Karl-Theodor zu Guttenberg, der neue Bundesminister für Verteidigung. Verteidigung? Der Mann liebt eher die Attacke, und deshalb mögen ihn die Soldaten ebenso wie die Medien. Das hat es in dem Maße – vor allem nach so kurzer Zeit – weder bei Rühe noch bei Struck gegeben, von Scharping und Jung ganz zu schweigen. Nun kann man bei einem schwachen Vorgänger immer schnell glänzen, aber offenbar ist mehr dahinter: das allgemeine Empfinden, dass mit Guttenberg wirklich einmal der richtige Mann auf dem richtigen Posten ist. Um diesen Eindruck zu prüfen, muss man zweimal hinsehen: auf das, was Guttenberg in knapp vier Amtswochen schon getan hat, und auf das, was er in den kommenden vier Jahren bewältigen muss. Guttenbergs bisherige Verdienste lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Klartext. Er nennt den Einsatz in Afghanistan „kriegsähnlich“. Er fordert vom dortigen Präsidenten Karsai, dass er Korruption bekämpft und Konzepte „liefert“. Er hält die Bombardierung gekaperter Tanklaster trotz aller mutmaßlichen zivilen Opfer für „militärisch angemessen“ und den Militär-Airbus A400M wegen der verzögerten Auslieferung für zu teuer. Die deutsch-französische Brigade müsse offensiver ausgerichtet und die Bundeswehr von „bürokratischen Fesseln befreit“ werden. Dem ganzen Laden verordnet er „Denken vom Einsatz“ her, mehr Effizienz, schlankere Strukturen. Nun befindet sich die Truppe seit etlichen Jahren in einem Prozess der „Transformation“, aber der neue Chef will dabei offenbar richtig Gas geben. Eine wichtige Voraussetzung hat er: den Respekt der Militärs. Der Neue hat selbst bei einer Elite-Einheit gedient, von dem können sie Verständnis erwarten, aber ihm nichts vormachen. Denn in erster Linie ist Guttenberg natürlich nicht Reservist, sondern Politiker – entsprechend betont er den Primat der Politik: Lediglich mehr Soldaten seien keine Lösung für Afghanistan. Da wird ihm keiner mehr widersprechen. Gleichwohl wird er genau dies tun müssen: mehr Soldaten schicken – genau so viele, dass die Militärs vor Ort und die Verbündeten zufrieden sind, der politische Rückhalt in Deutschland aber erhalten bleibt. Als die Kommandeure in Kundus 1000 Mann forderten, hat er 120 zugesagt – aber umgehend, ohne lange Rückversicherung bei der Kanzlerin. Der Mann geht keiner notwendigen Auseinandersetzung aus dem Weg, kalkuliert aber vorher genau die Risiken – keine schlechte Strategie für den permanenten Ernstfall.

P2News/Weser-Kurier

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