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DGB für Beitragsanhebung statt Rente mit 67

In der Sozialpolitik messen die Gewerkschaften offenbar mit zweierlei Maß. Noch am Wochenende hatte der DGB seine Anhänger mobilisiert, um auf der Straße gegen Mehrbelastungen durch die Gesundheitsreform zu protestieren. Der Krankenkassenbeitrag steigt um 0,6 Prozentpunkte. Bei der Rentenversicherung schlägt DGB-Chef Michael Sommer nun ganz andere Töne an. Statt das Renteneintrittsalter wie geplant um zwei Jahre zu erhöhen, solle der Beitrag um 0,6 Prozentpunkte – den rechnerischen Gegenwert – angehoben werden. Dies wäre „keine Zumutung“, sagt Sommer. Das verstehe, wer will. Zweifellos kann man sich fragen, warum die schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit nur eine bescheidene Beitragsersparnis von rund einem halben Prozentpunkt mit sich bringt. Die Antwort liegt im Dickicht der komplizierten Rentenanpassungsformel. Durch die Anhebung der Altersgrenzen kommt es nämlich auch zu höheren Rentensteigerungen. Und zwar deshalb, weil das Zahlenverhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern günstiger wird. Ohne diese Wirkungsweise wäre die Beitragsersparnis deutlich höher. Wenn Sommer solche Zusammenhänge ignoriert, dann sollte ihm zumindest die demografische Entwicklung zu denken geben. Schon weil die Menschen erfreulicherweise immer älter werden, macht eine Aufstockung der Lebensarbeitszeit Sinn. Entscheidend ist, wie die Betriebe sich darauf einstellen. Wenn Ältere zunehmend auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, dürfte auch die Rente mit 67 ihren Schrecken verlieren. Dazu können übrigens auch die Gewerkschaften im Rahmen von Tarifverhandlungen beitragen.

P2News/Lausitzer Rundschau

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