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Deutliche Unzufriedenheit mit Euro-Krisenmanagement

Mehr Menschen denn je fürchten sich um die Stabilität des Euro. In der derzeitigen finanziellen Krise einiger Staaten sehen mittlerweile 86 Prozent eine Gefahr für die Stabilität ihres Geldes. Kein Thema ist den Bürgern derzeit wichtiger: Für 33 Prozent ist die Eurokrise momentan das wichtigste Problem in Deutschland. Erst danach folgen die Themen Arbeitslosigkeit (22 Prozent), Verschuldung (11 Prozent) und Atomkraft (10 Prozent). Insgesamt sind die Bundesbürger mit dem Krisenmanagement der Europäischen Union beim Euro unzufrieden: Dass die EU ihre Sache dabei eher gut macht, meinen nur 35 Prozent. 53 Prozent geben das Urteil „eher schlecht“ ab (weiß nicht: 12 Prozent).

Die in dieser Woche in den Fokus der Eurokrise geratene hohe Verschuldung Italiens halten 68 Prozent der Befragten für eine sehr große oder große Gefahr für die Stabilität des Euro, 28 Prozent lediglich für eine geringe oder keine Gefahr (weiß nicht: 4 Prozent). Weiterhin fast unverändert werden weitere Finanzhilfen für Griechenland von 58 Prozent abgelehnt und lediglich von 37 Prozent befürwortet (weiß nicht: 5 Prozent).

Bei der direkten Frage, welche der als gefährdet diskutierten fünf EU-Länder man auch zukünftig mit dabei haben will, wird die Distanz zu Griechenland deutlich: So sprechen sich nur 47 Prozent dafür aus, dass Griechenland auch zukünftig weiterhin am Euro beteiligt bleiben soll (47 Prozent sind dagegen), während das bei Spanien 77 Prozent, bei Italien 73 Prozent, bei Portugal 68 Prozent und bei Irland 67 Prozent wollen.

Etwas vom Thema Euro verdrängt wurde die Grundsatzentscheidung der Bundesregierung, ab 2013 die Steuern für kleine und mittlere Einkommen zu senken. Das finden zwar 69 Prozent aller Befragten richtig und 28 Prozent nicht richtig (weiß nicht: 3 Prozent). Diese Zustimmung ist auch in allen Partei-Anhängergruppen mehrheitlich vorhanden. Allerdings glauben nur 17 Prozent, dass es auch zu solchen Steuersenkungen kommen wird, während 80 Prozent das nicht erwarten (weiß nicht: 3 Prozent). Ganz allgemein sprechen sich die meisten Bundesbürger (62 Prozent) allerdings dafür aus, dass die aktuellen Steuermehreinnahmen hauptsächlich für den Abbau der Schulden eingesetzt werden, lediglich 28 Prozent wollen sie in erster Linie für Steuersenkungen genutzt sehen, und 8 Prozent plädieren für zusätzliche staatliche Ausgaben.

In der Politbarometer-Projektion gibt es im Vergleich zur Umfrage im Juni leichte Veränderungen: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU nur noch auf 33 Prozent (minus 1) und die SPD auf 29 Prozent (plus 1), die FDP bliebe bei nur 4 Prozent, die Linke läge weiter bei 7 Prozent und die Grünen unverändert bei 22 Prozent. Die sonstigen Parteien zusammen erhielten 5 Prozent.

Weiter auf Platz eins bei den Top Ten kommt der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit einem Durchschnittswert von 1,6 (Juni: 1,4). Auf Platz zwei liegt jetzt Wolfgang Schäuble, der sich deutlich auf 1,4 verbessert hat (Juni: 1,0), Frank-Walter Steinmeier kommt jetzt mit 1,3 (Juni: 1,4) nur noch auf Platz drei, danach Thomas de Maizière mit ebenfalls 1,3 (unverändert). Deutliche Einbußen muss Bundeskanzlerin Angela Merkel hinnehmen, deren Bewertung auf 0,9 zurückgeht (Juni: 1,2). Danach folgen Ursula von der Leyen mit 0,8 (Juni: 0,7), Sigmar Gabriel mit 0,3 sowie Horst Seehofer ebenfalls mit 0,3 (beide unverändert). Im Minusbereich liegen Philipp Rösler mit minus 0,3 (Juni: minus 0,1) und Guido Westerwelle mit unveränderten minus 1,4.

Die Debatte über den Kanzlerkandidaten der SPD hat zu einer deutlichen Verschiebung in der Wahrnehmung der möglichen Kandidaten geführt. So meinen inzwischen nur noch 36 Prozent (Mai: 43 Prozent), dass die SPD mit Frank-Walter Steinmeier die besten Chancen hätte, während jetzt 33 Prozent (Mai: 25 Prozent) diese eher bei Peer Steinbrück sehen. Abgeschlagen bleibt hier der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel mit 13 Prozent (Mai: 15 Prozent). Bei den SPD-Anhängern liegt Steinbrück mit 43 Prozent sogar noch vor Steinmeier mit 39 Prozent und Gabriel, der auch hier nur auf 12 Prozent kommt.

P2News/ZDF

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