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Der Preis des Turbo-Abiturs

Mit was für Hoffnungen wurde doch das Turbo-Abitur eingeführt? Junge Leute sollten schneller an die Universitäten, schneller in den Beruf kommen – schneller fit sein für die sich schneller drehende globalisierte Welt. Soweit die Theorie. In der Praxis wird Allgemeinbildung eingedampft oder zu früh vermittelt – was etwa im Fach Geschichte Geschichtsvergessenheit fördert. Und nun wieder eine böse Überraschung für Neuntklässler, die sich in einem völlig anderen Bildungsgang wiederzufinden drohen. Nehmen wir einen Moment das Ganze in den Blick: War es das wert? Man muss es aus heutiger Sicht bezweifeln. Es hätte eine Alternative gegeben, die in unserer „Bildungsrepublik“ (Angela Merkel) offenbar keine Rolle spielt: Freiheit. Es gab Stimmen, die forderten, es den Schulen zu überlassen, interne Modelle für ein Abitur nach zwölf Jahren zu entwickeln – für Schüler, die eine Klasse überspringen. Das gibt es, das geht; man hätte es fördern können, und es mag für begabte Schüler das Richtige sein. Der Rest kann das eine Schuljahr mehr gut für einen Reifeprozess gebrauchen, der vielleicht wichtiger ist für Deutschland als das Ziel, junge Leute zwölf Monate früher in den Beruf zu drücken. Mehr Freiheit, das wär’s gewesen. In unserer Bildungsbürokratie keine Option – allem Gerede von selbständigen Schulen zum Trotz.

Rheinische Post, P2news

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