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Der moderne Mann

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten muss der Nachwuchs warten. Das ist eines der Ergebnisse der Befragung von 1803 Männern und Jugendlichen durch das Deutsche Jugendinstitut München. Mehr als die Hälfte der Männer wollen zuerst fest im Beruf stehen und erst dann Vater werden. Das zeugt von Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig steckt der moderne Mann in der Falle. Fest ist in ihm die Vorstellung vom Ernährer und Versorger verankert. 95,5 Prozent der befragten Männer erklärten, ihre Aufgabe sei es, der Familie ein Heim zu bereiten, also Geld zu verdienen. Auch so erklärt sich, warum in der Realität fast ausschließlich die Mütter die Kinder erziehen. Wie die Studie zeigt, sind Männer zwar kinderlieb und die allermeisten möchten ihren Nachwuchs auch selbst betreuen und beaufsichtigen. Aber wenn es darauf ankommt, zieht Adam in den meisten Fällen die Arbeit vor, manchmal aus Bequemlichkeit, aber vor allem, um seine gesellschaftliche Rolle zu erfüllen. Als Versager angesehen zu werden, ist für Männer das Schlimmste. Studien belegen, dass sie besonders stark unter Arbeitslosigkeit leiden, weil sie sich dann nutzlos fühlen. Und so kommen die Kinder erst nach der Arbeit.

Westfalen-Blatt, P2news

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