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Der Kampf ums Weiße Haus

In sechzehn Tagen entscheidet sich, wer künftig der mächtigste Mann der Welt sein wird. Barack Obama oder John McCain. Wer den Medien-Rummel zum Kampf um das Weiße Haus dieser Tage verfolgt, könnte den Eindruck gewinnen, wir Deutschen interessieren uns mehr für die US-Wahl als für Landtags- oder Bundestagswahlen. Was macht das Duell Obama/McCain für uns so faszinierend? Warum hat der Ausgang dieser Wahl auch für Deutschland so weit reichende Bedeutung? Claus Kleber, Redaktionsleiter des ZDF heute-journals und lange Jahre Hörfunk- und Fernsehkorrespondent in Washington weiß warum:

Das liegt einmal daran, dass es immer noch die größte Volkswirtschaft ist und es ist ein Land, das auf allen Erdteilen militärisch vertreten ist. Die Frage, wer da im Weißen Haus sitzt und die Politik bestimmt ist eine, die auch ausstrahlt auf unser Leben in Deutschland. Das ist umgekehrt für die Amerikaner sicher nicht so, obwohl die sich auch ganz gerne über Angela Merkel unterhalten, wenn man nach Amerika kommt.

Die US-amerikanische Politik wird auch in Zukunft ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben in Deutschland haben, innen- und außenpolitisch. Deshalb blicken wir so gespannt nach Washington sagt der Amerika-Experte:

Was wir im Nahen Osten machen, was wir im Irak machen, was mit unseren Truppen in Afghanistan passiert, was mit der Zukunft der NATO ist, was mit dem Verhältnis zu Russland ist, was mit der Energieversorgung ist, das können wir alles nicht alleine entscheiden. Das ist immer ganz stark abhängig davon, dass in den USA jemand regiert, der unsere Interessen mit im Blick hat, oder bereit ist, jedenfalls begrenzt, darauf Rücksicht zu nehmen.

Selten war eine US-Präsidenwahl so spannend und so faszinierend. Das liegt vor allem an den beiden Kandidaten. da treten keine austauschbaren Politikprofis gegeneinander an, sondern zwei Charakterköpfe, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten sagt Claus Kleber:

Da ist auf der einen Seite der Sohn eines schwarzen Einwanderers aus Kenia, der innerhalb von Monaten aus der völligen Verborgenheit für uns Deutsche jetzt auf die nationale Bühne gekommen ist, und der eine Ausstrahlung hat, deren Charisma auch uns in Deutschland erreicht. Und auf der anderen Seite ist dieser alte, aufrechte – manchmal böse, bittere Vietnamveteran – und auch er ist übrigens nicht die Karikatur, als die ihn manche zeigen. Er ist ein wirklich erstaunlicher Charakter, eine andere Ausprägung des amerikanischen Denkens, die in einem wirklich reizvollen Widerspruch steht zu dem, was Obama bietet.

Aber wer von den beiden zieht denn nun am 5. November ins Weiße Haus ein und löst George W. Bush ab? Claus Kleber weiß nur eines: Bei den Amerikanern kann man nie wissen:

Im Moment gibt es keine Möglichkeit zu ignorieren, dass Obama vorne liegt. Aber die amerikanischen Umfragen neigen immer dazu, sich kurz vor der Wahl noch mal zuzuspitzen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Also ich rechne mit und hoffe auf eine wirklich spannende Wahlnacht, wo wir am Anfang nicht wissen, was am Ende rauskommt.

Abmoderation: Der Kampf ums Weiße Haus -heute-journal-Redaktionsleiter Claus Kleber über die Faszination, die der amerikanische Wahlkampf von Obama und McCain auf uns Deutsche ausübt.

ZDF, P2news

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