Werbeanzeige
Home / Gesundheit-Fitness / Gesundheit / Den Tinnitus überhören
Werbeanzeige

Den Tinnitus überhören

 „Man muss lernen, den Tinnitus zu überhören, ihn wegzufiltern. Das ist das Ziel aller Therapien”, so der Tinnitus-Experte Dr. Gerhard Hesse. Als Ärztlicher Direktor der Tinnitus-Klinik Bad Arolsen hat er mit Menschen zu tun, die stark unter Ohrgeräuschen leiden.

Drei Millionen Menschen in Deutschland haben ständig ein Pfeifen oder Klingeln im Ohr. Die meisten Tinnitus-Betroffenen haben zugleich auch eine Hörminderung – oft ohne es zu wissen. “Mehr als 90 Prozent unserer Patienten”, so der HNO-Arzt Hesse, “haben neben dem Tinnitus auch eine Innenohr-Hörstörung”. Betroffen sind meist die hohen Frequenzen: eine mögliche Ursache für den Tinnitus. “Wir erklären uns das so, dass das Gehirn bei einer Hörminderung versucht, die fehlenden Frequenzen über Verstärkungsmechanismen aus der Hörbahn zu bekommen. Denn der Tinnitus hat fast immer dieselbe Frequenz wie der größte Hörverlust.”

Wenn man den Hörverlust mit Hörsystemen ausgleicht, ist man auf dem besten Weg, den Tinnitus zu bewältigen. “Unsere Erfahrungen mit Hörgeräten sind traumhaft gut”, wie Hesse betont. “Die Leute sind danach in einer deutlich besseren Situation. Wenn man mit Hörgeräten die fehlenden Frequenzen wieder wahrnehmen kann, dann wird der Tinnitus leiser. Das bemerken die Patienten nach ein, zwei Wochen. Die Erfolge mit Hörgeräten sind wunderbar, zumal die modernen Geräte so viel können, wenn sie von Hörgeräte-Akustikern individuell angepasst werden. Wichtig ist aber auch die Begleitung und Beratung beim anfänglichen Tragen. Wir machen Hörübungen, mit denen die Patienten lernen, ihre Hörwahrnehmung zu verbessern und stabilisieren die Patienten psychisch”, so der Tinnitus-Experte. “Ob man das Retraining oder Umstrukturierung nennt: Bewährt haben sich alle Therapien, die vom Tinnitus ablenken und das Hören so verbessern, dass man den Tinnitus zu überhören lernt. Im besten Fall wird er dann gar nicht mehr wahrgenommen.”

Andere Maßnahmen kann man sich getrost sparen: Durchblutungsfördernde Mittel haben bei chronischem Tinnitus keinen Erfolg, wie Hesse erklärt. “Auch Methoden wie Laserbestrahlung, pulsierende Signale, Magnetbehandlungen oder Ohrkerzen sind hier Unsinn. Auch Akupunktur – sonst eine gute Sache – hilft hier gar nicht.

Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH)

Werbeanzeige

Check Also

Sinusitis-Kopfschmerz: Das unentdeckte Leiden

Kopfschmerzen zählen zu den größten Volkskrankheiten in Deutschland. Mehr als 70 Prozent leiden hierzulande vereinzelt …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.