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Den Charakter ändern

Sie wären gerne anders, können aber nicht raus aus Ihrer Haut? Oh doch! Wie das Fitness- und Gesundheitsmagazin VITAL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, zeigen neueste psychologische und neurobiologische Erkenntnisse, dass der Charakter keineswegs ein starres Etwas ist. Wesenszüge und Stärken wie beispielsweise Ausdauer, Neugier oder Kreativität lassen sich demnach unabhängig vom Alter trainieren.

Fest steht zwar, dass die Persönlichkeit zum Teil genetisch festgelegt ist und ein Großteil in den ersten Lebensjahren durch Erziehung und soziales Umfeld geformt wird. Eine lebenslange Rolle bei der Charakterbildung spielt jedoch das Gehirn, das in Lernsituationen oder bei einschneidenden Erfahrungen neue Nervenzellen-Schnittstellen und komplette Netzwerke konstruiert. Experten gehen davon aus, dass dieser ständige Auf- und Umbau im Gehirn unsere Gefühle und die jeweils vorherrschenden Charakterzüge wesentlich beeinflusst.

Dabei sind es vor allem große Gefühle und Krisen, die Menschen zur Veränderung motivieren. „Aufrichtige Liebe und liebevoller Umgang lassen uns ebenso reifen wie Krisen und emotionale Zusammenstöße“, erklärt Psychotherapeut Dr. Mathias Jung, der davon überzeugt ist, dass jeder seinen Charakter selbst formen kann. Voraussetzung dafür sei allerdings Selbsterkenntnis, wobei Jung die Beurteilung durch den Partner, Freunde und Familienmitglieder empfiehlt. „Was die eigenen Züge betrifft, haben wir einen blinden Fleck“, sagt der Experte. „Wenn man den Partner fragt, was er an einem mag und was ihn stört, erhält man die besten Informationen über sich.“

Wer danach weiß, wie er sein möchte, kann die neuen Wesenszüge gezielt trainieren. Ob mehr Disziplin, mehr innere Stärke, mehr Kreativität oder mehr soziale Kompetenz – durch entsprechende Übungen baut man sukzessive neue Gewohnheiten auf, bis das erwünschte Verhalten in Fleisch und Blut übergeht. „Allerdings verlangt das konsequentes Arbeiten, denn Wesenszüge lassen sich nicht an- und abschalten“, mahnt Experte Jung. „Geduld und der Wille zur Veränderung sind unabdingbar.“

P2News/VITAL

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