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Debatte um fehlende Freiwillige in der Bundeswehr

Der Debatte um fehlende Freiwillige in der Bundeswehr fehlt es an Ehrlichkeit. Von einem allgemeinen Bewerbermangel kann nämlich keine Rede sein. Noch immer übersteigt die Zahl der Interessenten die Zahl der offenen Stellen. Es sind nicht die Hochqualifizierten, die Spezialisten und Offizieranwärter, um die sich die Armee sorgen muss. In der Bundeswehr fehlen die Frauen und Männer für die einfachen Dienste: Wachmannschaften, Fahrer, Versorgungsjobs. Ebenjene Soldaten, die mit vergleichsweise einfacher Qualifikation ihren Dienst antreten.

Erst kürzlich hat der ehemalige Arbeitsagentur-Chef Jürgen Weise den Vorschlag gemacht, eine Wehrpflicht für einen Tag einzuführen. In der Hoffnung, Tausende Frauen und Männer würde die Begeisterung für die Bundeswehr schon ergreifen, wenn sie nur erst mal das Kasernentor durchschritten haben. Solche Forderungen sind naiv.

Mittelfristig werden alle Werbekampagnen für den Freiwilligendienst in der Armee erfolglos bleiben, solange der Dienst in Uniform nicht wirtschaftlich deutlich attraktiver ist als eine Gesellenstelle im Handwerk. Wer zur Bundeswehr kommen soll, dort aber keine Chance auf Karriere hat, muss eben besser verdienen als anderswo. Zumal gefährliche Auslandseinsätze auch für Geringqualifizierte keine Ausnahme, sondern die Regel sind.

P2News/Neue Osnabrücker Zeitung

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