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Das Versagen der EU im Gas-Streit

Erst war der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine nur die Wiederholung eines winterlichen Rituals. Nun aber wird es ungemütlich. Seit 17 Tagen ist der Gashahn zu, und die deutschen Speicher leeren sich dramatisch. Gestern landete das Problem da, wo es hingehört: in die Politik. Als Chefsache zwischen Merkel und Putin. Denn der Handelsstreit zwischen Gazprom und der Ukraine hat politische Ursachen. Das zeigt sich daran, dass die beiden Länder längst nicht mehr über Lieferbedingungen streiten, sondern um die völlig nebensächliche Frage, wer das Anfahren des Pipeline-Systems bezahlt. Die europäischen Importeure gehen pragmatisch vor, wenn sie anbieten, die Kosten vorerst zu übernehmen, um über den Winter zu kommen. Die Europäische Union aber muss sich vorwerfen lassen, die Dimension des Streits nicht verstanden zu haben. Mit Beobachtern an Pumpstationen glaubte sie, das Problem lösen zu können. Das ist naiv. Russland will der Ukraine zeigen, dass ihm deren Westkurs nicht passt. Die Ukraine will ihre Unabhängigkeit demonstrieren. Beide nehmen die Kunden im Westen als Geiseln. Hoffentlich hat Merkel ihrem Gast Putin klar gemacht, dass Deutschland mit so unsicheren Kantonisten am liebsten keine Geschäfte mehr machen möchte und sich langfristig nach anderen Energiequellen umsieht.

Rheinische Post

P2News

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