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Das Salz und die Marktwirtschaft

Hätte uns jemand in den vergangenen Jahren gefragt, wir hätten mit Bedauern festgestellt, dass es richtige Winter schon lange nicht mehr gegeben hat. Wir hätten von Kindertagen geschwärmt, in denen wir uns durch kniehohen Schnee kämpften. Weiße Winterlandschaften, die existierten für uns nur noch im Urlaub und in den Bergen. Nun ist der Winter da, und das schon seit gefühlten Ewigkeiten. Es ist kalt. Es ist glatt. Es ist mühselig, und scheint kein Ende zu nehmen. Wir haben ihn, ehrlich gesagt, gründlich satt. Wenn wenigstens die Räumdienste funktionierten! Aber nein, sogar eine komplette Autobahn muss gesperrt werden. Wo gibt’s denn sowas! Aber mal im Ernst, ist das nicht ein klassischer Fall von Im-Nachhinein-wissen-es-alle-besser? Durchschnittlich 120 000 Tonnen Streusalz brauchen die Landesbetriebe Straßen NRW jährlich, um die Autobahnen, die Bundes- und Landesstraßen befahrbar zu halten. In lauen Wintern waren es nur 50 000 Tonnen. Nun sind bis jetzt schon 250 000 Tonnen Salz verstreut worden und dabei wird an allen Ecken und Kanten geknapst. Wieviel Vorräte also sollen Land und Kommunen horten? Vertrauen wir doch einfach den Gesetzen der Marktwirtschaft. Esco, nach eigenen Worten Europas größter Salzlieferant, will verdienen. Auch künftig. Im eigenen Interesse wird er seine Produkion optimieren.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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