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„Das Gehirn ist kein Sparbuch“

Garantiert die frühe Förderung von Kindern ihren Erfolg im Leben? Reicht es, wenn die Kleinen Dinge tun, die ihnen Spaß machen – oder sollten sie am besten schon mit drei lesen, rechnen und Fremdsprachen erlernen? Im Exklusiv-Interview mit der Zeitschrift ELTERN hat die Züricher Lernforscherin Prof. Elsbeth Stern überraschende und beruhigende Antworten zum Trendthema Frühförderung.

„Es ist ein großes Missverständnis, dass Frühförderung Kinder im späteren Leben quasi automatisch erfolgreich und glücklich werden läßt – denn das Gehirn ist kein Sparbuch, auf dem man einen Betrag X anlegt und irgendwann den Betrag Y herausbekommt“, so die Expertin. „Die Kindheit soll auf das spätere Leben vorbereiten – aber niemand weiß doch, wie dieses Leben aussehen wird! Wichtig ist, dass Kinder den Lebens- und Arbeitsalltag ihrer unmittelbaren Umgebung kennenlernen. Deshalb gehört für mich zu einem guten Kindergarten nicht Chinesisch, sondern ein Besuch in einer Bäckerei oder Gärtnerei.“

Insgesamt sollten Eltern ihren Einfluss auf die Begabung ihrer Kinder, auch durch Frühförderung, nicht überschätzen. Stern: „Hier spielen die Gene eine nicht unerhebliche Rolle. Um zu lernen, müssen Kinder Frustrationstoleranz aufbauen und verstehen, dass die Dinge im Leben selten so sind, wie man sie gern hätte. Dazu müssen sie viel selbstbestimmt spielen und in sich hineinhören, um herauszufinden, was sie wollen. Das klappt nicht, wenn sie von morgens bis abends beschult werden!“

Eltern sollten genau überlegen, was sie ihrem Kind jenseits der staatlichen Angebote mitgeben wollen: „Und sie sollten schauen, dass dieses Besondere wirklich zu ihnen und ihrem Kind passt.“

Gruner + Jahr AG & Co KG

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