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Das chinesische Engagement in Europa

Angesichts der Dollarschwäche versucht Peking, verstärkt in Europa Anker zu werfen. In überschuldeten Staaten wie Griechenland, Portugal, Ungarn oder Italien sind die Chinesen als Retter in der Not hochwillkommen. Zwar legen einige Politiker noch die Stirn in Falten, weil sie – wie EU-Kommissar Günther Oettinger – meinen, „wir Europäer verkaufen unsere Seele“. Doch die „gelbe Versuchung“ ist einfach zu groß. Sicher: die Chinesen sind keine uneigennützigen Samariter. Sie wollen Geschäfte machen, ihr Image aufpolieren und von den Europäern endlich den Status einer Marktwirtschaft erhalten, der sie vor Anti-Dumping-Klagen schützt. Sie können es sich sogar leisten, wählerisch zu sein. Mit Ramsch-Anleihen aus Athen gibt sich Peking nicht mehr zufrieden. „Wir vertreten eine Wirtschaft, die auf Arbeit basiert“, erklärte Premier Wen Jiabao kürzlich in Budapest. Sie investieren in Sachwerte – kauften in Deutschland den Computerhersteller Medion, in England Rover, in Schweden Volvo, in Griechenland den Hafen Piräus, in Island einen halben Fischkonzern. Sie bauen in Rumänien einen Atommeiler, in Serbien ein Kohlekraftwerk, in Polen eine Autobahn. Und sie haben die Europazentrale der Bank of China direkt gegenüber der britischen Notenbank in London platziert. Die Chinesen sind längst da. Europa sollte keine Angst vor ihnen haben. Auch die Japaner kamen, dann die Russen, die Amerikaner sowieso. Viele sind wieder weg. Investoren sind Weltenbummler – je nach globaler Konjunkturlage. Die Chinesen machen Europa bunter, aber nicht unbedingt ärmer.

P2News/Ostsee-Zeitung

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