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Das Casino bleibt geöffnet

Der Werteverlust gehört zu den erschreckenden wie entlarvenden Erkenntnissen dieser Finanzkrise: Milliarden, ach, was sind schon Milliarden? Euro-Retter aus der Politik, Zocker aus den Banken, sie haben die Maßstäbe geraubt: Ein 31-jähriger Investmentbanker hat in der Schweiz 1,5 Milliarden Euro verzockt. Der Franzose Kerviel hat es aufs Dreifache gebracht. Was soll also die Aufregung? Klar fragen wir uns drei Jahre nach der Lehman-Pleite, die uns hat alle in den Abgrund blicken lassen (Peer Steinbrück), ob denn da keiner ist, der aufpasst. Drei Jahre Lehman-Pleite und einige Hundert Milliarden Euro später, die den deutschen Steuerzahler belasten oder zumindest zu belasten drohen – ja, die Politik hat gerettet, was das Zeug hält. Vermeintlich alternativlos, immer wieder aufs Neue. In letzter Zeit wieder mit steigenden Milliarden-Beträgen. Milliarden, ach was sind schon Milliarden? Ein Durchschnittsverdiener muss 33 333 Jahre arbeiten, um eine Milliarde zu verdienen. Der Steuerzahler und seine Steuerzahlerkinder wenden sich mit Grauen ab. Völlig zu Recht. Der Versuch der Retter, schleichend immer neue Milliarden auszukehren, verfängt nicht mehr. Die Empörung darüber wächst, dass Rettungsschirme noch und nöcher vor allem deren Erfindern nützen: den Banken. Der Erklärungsdruck wächst aber auch. Gut so.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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