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Das Burka-Verbot ist nicht nur eine belgische Angelegenheit

Diese Entscheidung drückt die Unbeholfenheit einer ganzen Gesellschaft aus. In Belgien soll das Tragen der Burka im öffentlichen Leben künftig untersagt sein. Widersetzt sich eine Muslimin, kann sie für bis zu sieben Tage ins Gefängnis gesperrt werden. Sehr wahrscheinlich wird dieses Gesetz im überwiegenden Teil des westlichen Europas auf Gegenliebe stoßen. Es spricht ja auch nichts dagegen, dass sich Zuwanderer den Gepflogenheiten des Landes anpassen, das ihnen Asyl und Auskommen gewährt. Es ziemt sich sogar, Migranten das Erlernen der Sprache ihres Gastgeberlandes abzuverlangen. Es ist notwendig, dass auch Mädchen aus Zuwandererfamilien Schulen besuchen, in Schwimmbäder gehen und Sport treiben dürfen. Es ist richtig, dass Ausländer sich nicht einfach in der sozialen Hängematte ihrer neuen Heimat niederlassen können.

Aber ist es deswegen zwangsläufig, dass Frauen sich nicht mehr verschleiern dürfen? Müssen Kopftücher wirklich aus deutschen Schulen verschwinden? Ist es richtig, dass Frankreich einer Frau mit Ausweisung droht, weil sie verschleiert hinter dem Lenkrad ihres Autos saß?

Die westliche Gesellschaft tut sich mit dem Islam von jeher schwer. Und seit den fürchterlichen Terroranschlägen vom 11. September 2001 drückt sich dieses Unbehagen zunehmend auch darin aus, dass alle Begleiterscheinungen des fremden Glaubens beseitigt werden sollen.

Doch mit dem Verschwinden von Schleiern und Kopftüchern ändert sich nichts. Im Gegenteil: Es wird es für viele Frauen und Mädchen unmöglich werden, sich in ihrer neuen Welt zu bewegen. Das islamische Patriarchat wird unverschleierten Frauen verbieten, die eigene Wohnung zu verlassen. Das ist die fatale Folge dieser Entscheidung. Das macht es unmöglich, diese Frauen und Mädchen in die Gesellschaft zu integrieren und so zumindest langfristig das teils archaische Regelwerk des Islam zu unterlaufen.

Aus diesem Grund ist die Entscheidung der Belgier kurzsichtig und nutzlos. Sie wird das Gegenteil von dem bewirken, was sie bezwecken sollte. Sie macht den islamischen Fundamentalismus und dessen kriminelle Schergen nicht schwächer, sondern stärker. Das Gesetz gegen die Burka ist gut gemeint, aber schlecht gemacht.

P2News/Westdeutsche Zeitung

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