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Daimlers Stern soll wieder strahlen

Daimler-Chef Zetsche riskiert viel. Wenn er einen wesentlichen Teil der Produktion der C-Klasse nach Amerika verlegt, birgt das erhebliche Gefahren. Das hat auch damit zu tun, dass in Deutschland die Wahl der Automarke und des passenden Modells eine höchst emotionale Sache ist. Und den Fahrzeugen mit dem Stern fällt da eine besondere Rolle zu. Zwar bauen auch andere Hersteller in Deutschland mittlerweile schicke und elegante Autos und haben damit in den letzten Jahren Daimler das Leben ein Stück schwerer gemacht. Doch viele assoziieren weiterhin: Wer mit dem Stern auf der Kühlerhaube durch die Lande fährt, ist eine bedeutende Persönlichkeit. Dabei färbt der Glanz der Oberklasse-Fahrzeuge automatisch auf die Modelle der C-Klasse ab. Gleichzeitig gelten diese Mittelklasseautos als noch erschwinglich auch für durchschnittliche Leute und trotz eines gewissen Komforts als vernünftig. Diese Mischung führte dazu, dass dank einer überwiegend mittelständischen Käuferschicht die C-Klasse zur meistverkauften Daimler-Reihe wurde. Wie diese Klientel auf die Produktionsverlagerung nach Bremen beziehungsweise Amerika reagieren wird, das ist die Frage, die Dieter Zetsche Sorgen machen muss. Andererseits kann er kaum anders handeln. Angesichts des niedrigen Dollarkurses wird es immer schwieriger, in den USA mit Importautos Geld zu verdienen. Also baut man sie besser gleich dort, zahlt niedrigere Löhne, spart Zölle und Transportkosten. Das ist sinnvoll, zumal im Gegensatz zu Europa dort der Markt für die C-Klasse weiteres Wachstum verspricht. Auch in der Gesamtverantwortung für das Unternehmen ist das sinnvoll: Daimler muss Kosten sparen, um auf Dauer wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Zielkonflikt zwischen möglicher Beschädigung des deutschen Markenkerns und Wirtschaftlichkeit wird Daimler zu schaffen machen. Da helfen Arbeitsplatzgarantien für Sindelfingen nur bedingt. Denn das Konzept, wie alle Arbeitnehmer dort künftig beschäftigt werden sollen, fehlt noch. Zudem ahnt man: Das Versprechen soll erstmal den Betriebsrat besänftigen. Denn dieses Gremium hat zumindest indirekt auch Einfluss auf die 2010 anstehende Vertragsverlängerung Zetsches.

P2News/Westdeutsche Zeitung

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