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Daimler-Hauptversammlung

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat den Mund mächtig vollgenommen und hohe Erwartungen geweckt. Der Autobauer werde doppelt so stark wachsen wie die Branche, kündigte er in Berlin an. Aktionärsversammlungen waren immer schon Hort hehrer Versprechen und markiger Ankündigungen. Fehler werden da selten eingestanden. Aber wegen der Wirtschaftskrise dominierten zuletzt eher mahnende Worte – Zetsche beendete die Zurückhaltung. Die Zusammenarbeit mit Renault wird zeigen, ob Zetsches ehrgeizige Pläne in Erfüllung gehen können. Ist ein Daimler mit fremden Teilen noch ein Daimler? Büßt er dadurch nicht den Ruf des Besonderen ein, weil er nicht mehr nur »made in Germany« ist? Die Antwort der potenziellen Autokäufer darauf wird entscheiden, ob die Kooperation mit den Franzosen sich als Fluch oder Segen herausstellt. Nach dem Chrysler-Debakel kann sich Daimler keinen weiteren Fehlschlag erlauben. 21 000 Mitarbeiter in Untertürkheim befürchten, die ersten Opfer der oft beschworenen Synergieeffekte zu werden. Und so schwankte die Stimmung bei der Hauptversammlung zwischen Aufbruch und Untergang.

P2News/Westfalen-Blatt

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