Werbeanzeige
Home / Entertainment / Musik / Album / Coldplay präsentiert ihr neues Meisterwerk
Werbeanzeige

Coldplay präsentiert ihr neues Meisterwerk

“Dieses Album wurde von dem Wunsch angetrieben, von Schwarzweiß ins Farbspektrum zu wechseln“, sagt Coldplay-Frontmann Chris Martin. „Man kann auch sagen, dass wir ganz bewusst allen Wildwuchs zuließen, der einen Garten erst zu einem Organismus macht. Der Bluthund wurde von der Leine gelassen.“

Wie immer man es beschreiben mag – „Viva La Vida or Death And All His Friends“ markiert eine unmissverständliche künstlerische Entwicklung für das Freundeskollektiv Coldplay. „Für mich ist es unser bislang mutigstes und selbstsicherstes Album“ sagt Bassist Guy Berryman. „Wir waren deutlich offener für neue Ideen und sehr viel weniger ängstlich zu experimentieren.“ „Es ist so einfach, sich selbst vom Finden neuer Wege abzuhalten weil man die Meinung anderer Leute fürchtet“, stimmt Chris Martin zu. „Wir haben uns regelrecht dazu gezwungen, uns von dieser Furcht freizumachen.“

Das Resultat dieser selbst gesetzten Maxime ist eine Platte, in der die Groove-Komplexität programmierter Beats gewaltige Kirchenorgel-Schwaden bedrängt („Lost!) und wo der Raum zwischen Strophe und Refrain mit vorantreibenden, deliziösen Streichern und Tablas im nordafrikanischen Stil durchstoßen wird („Yes“). Forsches Flamenco-Händeklatschen transportiert eine schwermütige, verzweifelte Erzählung („Cemetries Of London“) und ein Vierviertel-Takt-Dancebeat verschmilzt mit trauernden Streichern zu einer Ode an vergangenen Glanz (Viva La Vida“). Es klingt wie Coldplay, nur anders.

„Der Startschuss für das neue Album fiel beim Hören des großartigen alten Blur-Songs ’Sing (To Me)’, während wir uns auf der ‚X&Y’-Tour befanden“, erinnert sich Chris Martin an das Wiederentdecken des pulsierenden, hypnotischen Stücks vom ersten Blur-Album. „Ich hörte diese Nummer und dachte: ‚Okay, wir müssen besser werden als Band’.“ Der erste Song für das neue Coldplay-Album wurde am nächsten Tag geschrieben.

„Ich werde grundsätzlich von zwei Dingen angetrieben“, erzählt Chris Martin. „Zum einen ist es der Wunsch, meiner Existenz einen Sinn zu geben. Zum anderen sind es brillante Songs anderer Musiker, die in mir den Versuch wecken, etwas ebenbürtig Gutes schreiben zu wollen. Das neue Album wurde von einer Menge unfassbar guter Musik inspiriert. Wir hörten Rammstein und Tinariwen hintereinander, was im Mittelteil des Songs „42“ resultierte. Für ein anderes Stück hörten wir Marvin Gaye und Radiohead. Jay-Z und das Golden Gate Trio, My Bloody Valentine und Gershwin oder Delakota und Blonde Redhead. Es gab keine Einschränkungen.“

„Wir haben uns definitiv Weiterentwickelt“, sagt Gitarrist Jonny Buckland. Diese Entwicklung fand freilich nicht auf Kosten der diamantenen Melodien statt, die Coldplay seit ihrem Debütalbum „Parachutes“ aus dem Jahr 2000 zweifellos zu einer der weltweit beliebtesten Bands machten. „Viva…“ mag Coldplay in Experimentierlaune zeigen, aber die zehn neuen Songs bersten wie gehabt vor großen, lebensbejahenden Refrains. „Das hoffe ich doch“, meint Jonny Buckland. „Wir haben unser Melodieverständnis nie verschämt in unseren Songs platziert und werden das auch zukünftig nicht anders halten.“ „Wir sind immer noch von dem Gedanken besessen Songs zu schreiben, die sich hervorragend zum Mitsingen eignen“, stimmt Chris Martin zu. „Wir wollten sie diesmal nur anders präsentieren.“

In diesem Sinne entschied sich die Band gleich zum Beginn des Aufnahme-Prozesses dafür, dass „Viva…“ ihr bislang kürzestes Album werden sollte. „Wir stellten fest, dass seit langer Zeit keiner von uns mehr ein Album komplett durchgehört hatte“, erklärt Jonny Buckland. „Aus einem einfachen Grund. Es werden zu viele Songs auf Alben gepackt.“ „Obwohl dieser Gedanke das Weglassen einiger lieb gewonnener Songs bedeutete, sollte das Album nicht länger sein als eine Episode der üblichen TV-Serien“, ergänzt Chris Martin. Und tatsächlich wurden die zehn neuen Songs in knappen 42 Minuten untergebracht (obwohl das Album mit zusätzlichen Hidden-Tracks auf eine Gesamtspielzeit von 46 Minuten kommt).

Eine weitere signifikante Veränderung stellte das Finden eines neuen Band-Hauptquartiers dar – die Bakery. Die ehemalige Bäckerei befindet sich in einer anonymen Durchgangsstraße gegenüber einer Siedlung im Norden Londons. Dort konnte die Band ungestört proben, schreiben, am Cover des neuen Albums arbeiten oder einfach relaxen, wobei Dart zur Lieblingsbeschäftigung wurden. „Zum ersten Mal seit 1999, als wir in meiner Studentenbude probten, hatten wir wieder ein Bandzuhause“, erzählt Jonny Buckland. „Dessen Wirkung auf den Bandgeist war deutlich spürbar.“

„Die Bakery, wie wir unser neues Banddomizil nennen, war ein wahrer Segen für uns“, stimmt Schlagzeuger Will Champion zu. „Wir konnten darin ohne jeglichen Zeitdruck an unserer Musik arbeiten. Vorher sah unsere Arbeitsauffassung ungefähr so aus: wir hatte eine handvoll Songs, die wir schnellstmöglich in einem großen, teuren Studio aufnehmen wollten. Am Ende schmissen wir meist den Großteil wieder über Bord und fingen von neuem an, weil wir uns nicht genügend Zeit zum Proben und Schreiben gegönnt hatten. Wir verbrachten für das neue Album Monate in der Bakery bevor wir ins Studio gingen. Wir spielten solange Demos ein, probten und übten die Songs, bis sie großartig klangen. Am Ende waren wir für die eigentlichen Aufnahmen, von denen etliche in der Bakery selbst entstanden, viel besser vorbereitet.“

Von Beginn an waren auch die beiden Produzenten des Albums, Brian Eno und Markus Dravs, in der Bakery zugegen. „Es war Brians Wunsch mit uns zu arbeiten“, erzählt Chris Martin. „Ich traf mich anfänglich lediglich mit ihm zum Tee. Aus diesen Treffen wurde dann eine einjährige Produktionsphase. Markus kam auf Empfehlung von Arcade Fires Win dazu, nachdem er an ‚Neon Bible’ gearbeitet hatte. Win sagte: ‚Ihr müsst mit diesem Typen arbeiten weil er euch wieder in Form peitschen wird.“

Eno und Dravs warfen ihre Talente zu einer Art Produktions-Traumteam im Studio zusammen. „Sie sind beide völlig unterschiedliche Charaktere“, erklärt Guy Berryman. „Gemeinsam boten sie uns eine perfekte Balance zwischen ihren beiden Polen.“ Wie von Win Butler prophezeit, entpuppte sich Dravs als strenger Lehrmeister. „Er hat uns wie Hunde getrieben“, grient Jonny Buckland. „Alles musste nach seinen strengen Regeln erarbeitet werden. Damit hat er uns als Musiker soweit gebracht, dass wir das Gros des Albums live einspielen konnten.“ Exakt das tat die Band auch. „Ungefähr 80 Prozent von dem was auf der Platte zu hören ist, wurde von der kompletten Band, im Kreis sitzend, eingespielt“, sagt Chris Martin. „Das ist eine ungewöhnliche Art der Aufnahme heutzutage. Aber sie spiegelt exakt den Spaßfaktor wieder, den das Spielen in einer Band ausmacht.“

Werbeanzeige

Check Also

Annie Lennox – A Christmas Cornucopia – tolles Weihnachtsalbum

In den 1980er Jahren schrieb Annie Lennox als eine Hälfte des Duos Eurythmics mit ihrem …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.