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Chicago melden sich eindrucksvoll zurück

In seinem Buch „The Greatest Music Never Sold“ zählt Dan Leroy unter die Album-Klassiker, die nie veröffentlicht wurden, auch CHICAGOs Stone Of Sisyphus, das 1993 mit Peter Wolf (Starship etc.) aufgenommen wurde – und dann in der Schublade verschwand. Ähnlich wie „Smile“ von den Beach Boys oder das erst kürzlich veröffentlichte „Chrome Dreams“ von Neil Young gehörte Stone Of Sisyphus lange Zeit zu den sagenumwobenen Kultalben, die höchstens in Ausschnitten oder als minderwertige Bootlegs unter den Fans kursierten. Nach 15 Jahren hat das Provisorium nun ein Ende: Rhino Records veröffentlichen mit Stone Of Sisyphus (XXXII) ein verschollenes, packendes CHICAGO-Album, das zur funkig-groovigen Kraft der Anfangsjahre CHICAGOs zurückführt und vier zusätzliche Bonus-Tracks enthält.

Selten präsentierten CHICAGO eine größere musikalische Spannbreite als auf diesem „Lost Album“. Vom enorm treibenden Titelsong Stone of Sisyphus über den coolen Funk von Mah-Jong und zur Power-Ballade The Pull ist das Album ein Glanzstück, dessen Veröffentlichung viel zu lange aufgeschoben wurde.

Dazu besitzt der Album-Titel Stone Of Sisyphus eine prophetische Dimension, denn so wie der Held aus der griechischen Sage seinen Felsen immer wieder einen Berg hinauf rollen musste, standen auch CHICAGO mit dem Album künstlerisch vor einem neuen Anfang: „Wir schrieben für das Album einige Songs, mit denen wir musikalisch und stilistisch ein gewisses Wagnis eingingen“, so James Pankow, dessen innovative Bläser-Arrangements stets für den Sound der Band standen. „Andererseits hatten wir das Gefühl, wieder zur wahren Stimme CHICAGOs zurück gefunden zu haben. Es war lange her gewesen, dass wir ein Album in diesem Stil aufgenommen hatten.“

Vielleicht lässt sich erst heute abschätzen, wie hochkarätig das Material auf dem Album wirklich ist. Tatsache ist, dass CHICAGO nach Chicago Twenty 1 (1992) erst 1995 wieder von sich hören ließen – mit Night & Day (Big Band), auf dem CHICAGO sich in erster Linie Klassikern aus der Swing-Ära widmeten – und dass aus dem 22. CHICAGO-Album nun das 32. Album geworden ist.

1993 schien Stone Of Sisyphus für Reprise/Warner Bros. kommerziell nicht tragbar, und so führte die Ablehnung durch das Label gleichzeitig zum Bruch mit der Band und zur Gründung eines eigenen Labels. Eine bereits schwelende Konfliktsituation, die auch Songs wie Plaid, das durchaus als Breitseite gegen eine verständnislose Veröffentlichungs-Politik verstanden werden will, und The Show Must Go On initiierte, denn CHICAGO wollten ihr Stigma als Balladenband mit Stone Of Sisyphus überwinden. Es war dementsprechend folgerichtig, mit dem Album an die Wurzeln zurückzukehren.

Schon der Titelsong Stone of Sisyphus, eine Uptempo-Komposition von Lee Loughnane und dem ehemaligen CHICAGO-Mitglied DaWayne Bailey glänzt mit den kraftvollen Bläsersätzen, die von Beginn an das CHICAGO-Markenzeichen waren. Zwei weitere packende CHICAGO-Originale sind überdies die bereits erwähnten Plaid und The Show Must Go On, die bislang nur als Bootleg existierten und hier zum ersten Mal offiziell erhältlich sind. Wer Robert Lamm schon immer mal als Rapper erleben wollte, hat zudem bei Sleeping In The Middle Of The Bed die Gelegenheit dazu, das er mit John McCurry zusammen schrieb. Bemerkenswert ist auch Here With Me (A Candle In The Dark), das die erste James Pankow/Robert Lamm-Kooperation markiert. Mit Bigger Than Elvis setzte Bassmann Jason Scheff seinem Vater Jerry ein Denkmal, seines Zeichens Bassist in Elvis Presleys Band und hier im Background zu hören. Als weitere Gäste fungieren auf dem Song The Jordinaires, ebenfalls gestandene Begleitmusiker für den „King“.
Viele Fans dürften sich auch über The Pull freuen, das sich in einer Live-Version auf dem großartigen Live-Video Live At The Greek Theatre befindet.

Wie wichtig das Material des Albums für die Bandmitglieder war, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass gleich mehrere Songs von den jeweiligen Komponisten in den Neunzigern neu eingespielt wurden. So nahm Robert Lamm Sleeping In The Middle Of The Bed für sein Solo-Album In My Head (1999) auf und All The Years landete mit kleinem Arrangement bereits 1995 auf Life Is Good In My Neighborhood (1995). Bill Champlin spielte Cry For The Lost unter dem Titel „Proud Of Our Blindness“ für sein Album Through It All (1996) ein und Jason Scheff nahm Mah-Jong auf sein Album Chauncy. Scheff schrieb übrigens auch die rührende Ballade Let’s Take A Lifetime, das sich später auf The Very Best Of Chicago (2002) wiederfand. Beide Songs wurden zusätzlich in Demo-Versionen als Bonus auf das Album gekoppelt.
Ebenfalls zu den Bonustracks gehört, neben der leicht abgespeckten Version von Stone Of Sisyphus, zudem ein Demo des unveröffentlichten Songs Love Is Forever.

In diesem Jahr werden CHICAGO auch auf den europäischen Bühnen die unbändige Kraft ihrer Bläsersätze loslassen:
16. Juli Stuttgart Jazz Festival
22. Juli Hamburg, Stadtpark
23. Juli Berlin, Zitadelle
25. Juli Zürich (CH), Kongresshaus

History

Die Geschichte der CHICAGO TRANSIT AUTHORITY begann 1967 als The Big Thing und manifestierte sich 1969 unter dem Namen CHICAGO mit einem Doppelalbum, das – nach Meinung der Zeitgenossen – selbst die besten Momente von Earth, Wind & Fire in den Schatten stellte. Auch ohne den viel beschworenen Single-Hit wurde das Debüt ein US-Top20-Album, erreichte Gold und verkaufte sich 2 Millionen Mal. Schon für das zweite Album beschränkte die Band sich auf den Namen CHICAGO und begann die charakteristische Zählung ihrer Alben, die fortan die meisten Titel bildete. Chicago II (1970) ging in der zweiten Woche in die Top-10 und wurde mit Platin ausgezeichnet, gefolgt von Chicago III, das nur knapp Platz 1 verfehlte. Bis 1978 erschienen Chicago III-XI, die mit (I’ve Been) Searching So Long, Old Days und If You Leave Me Now einige Welthits hervorbrachten und durchweg mit Gold, bzw. Platin bedacht wurden.

Die schwierige Zeit begann 1978, nachdem Waffennarr und Gitarrist Terry Kath sich beim Hantieren mit einer Waffe aus Versehen selbst erschoss. Die Erfolge der Alben XIII (1979) und XIV (1980) blieben hinter den Erwartungen der Band zurück, es erfolgte ein Labelwechsel von Columbia zu Full Moon/Warner Bros., und Produzent David Foster nahm sich CHICAGOs an, konzentrierte sich aber auf das Balladen-Potenzial der Band. Chicago XVI und XVII wurden erneut Millionenseller, bis Sänger Peter Cetera, inzwischen zum Star der Band avanciert, 1985 eine Solokarriere begann und CHICAGO verließ. Statt seiner kam Jason Scheff in die Band, und nach kommerziellen Startschwierigkeiten erreichten Chicago 19 und das zwanzigste Album Greatest Hits 1982-89 wieder die alte Größe. Leider blieb das nach einigen weiteren Umbesetzungen erschienene Album Chicago Twenty 1 (1992) hinter den Erwartungen zurück, was letztlich zur Entscheidung Reprise/Warners gegen Stone Of Sisyphus führte.

Nichtsdestotrotz blieben die Fans CHICAGO treu, und die auf dem eigenen Label Chicago Records veröffentlichten Alben, darunter mehrere Greatest Hits- und Live-Alben sowie das Christmas Album (25) (1998) wurden erneut große Erfolge. 2002 gingen CHICAGO die Verbindung mit Rhino-Records ein, die zunächst die frühen Alben in Luxusausgaben neu herausbrachten und im Jahre 2006 die Veröffentlichung von Chicago XXX übernahmen.

Bis heute können CHICAGO eine schier unüberschaubare Menge an Ehrungen verbuchen. Über 100 Millionen Alben wurden seit Chicago Transit Authority (1969) verkauft, die insgesamt 21 US-Top-10 Singles hervorbrachten. 25 von 30 Chicago-Alben erreichten US-Platin, die Band wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und gilt als einzige US-Band, die fünf Jahrzehnte lang ihre Alben in den Top-40 platzieren konnte.1992 bekamen CHICAGO einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Die Besetzung auf Stone Of Sisyphus:
Robert Lamm: keyboards, vocals
Lee Loughnane: trumpet
James Pankow: trombone
Walt Parazaider: woodwinds
Bill Champlin: keyboards: guitar, vocals
Jason Scheff: bass, vocals
Tris Imboden: drums
Keith Howland: guitar

Stone of Sisyphus XXXII ist seit dem: 27.06.2008 im Handel erhältlich.

Selbstverständlich haben wir Euch einen Song aus ihrem neuen Album rausgepickt und möchten Euch damit zur Hörprobe schicken.

Viel Spass beim Reinhören, von:

„Stone of Sisyphus“ „Stone of Sisyphus“

(bei YouTube).

Eure Musikredaktion

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