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Checklisten für Hochbegabung sind fatal

Das Thema Hochbegabung ist in aller Munde, auch wenn es, statistisch gesehen, nur jedes 50. Kind trifft. Dennoch fragen sich Mütter, Väter und Erzieher immer öfter, ob sie „Supertalente“ vor sich haben. Darüber, ob sich dies überhaupt feststellen lässt, sprach die Zeitschrift ELTERN für die aktuelle Ausgabe mit Dr. Eva Stumpf von der Begabungsberatungsstelle an der Uni Würzburg.

„Jede Diagnose, die vor dem siebten Lebensjahr gestellt wird, ist fragwürdig. Denn für so junge Kinder gibt es kaum geeignete Testverfahren“, erklärt die Expertin. „Außerdem lässt sich in dem Alter noch kaum eine Prognose stellen, da noch viel Veränderung möglich ist.“

Auch von den Checklisten, die kursieren und mit denen man eine Hochbegabung feststellen können soll, warnt Dr. Stumpf: „Ich halte diese Listen für fatal! Man kann Anzeichen nicht verallgemeinern. Das einzig zuverlässige Merkmal, das auf eine Hochbegabung hindeutet, ist ein außerordentlich früher und beschleunigter Spracherwerb. Solche Kinder sprechen bereits mit etwa einem Jahr Dreiwortsätze und lesen im Extremfall mit vier Jahren philosophische Bücher.“

Wenn Eltern den Verdacht auf eine Hochbegabung haben, sollten sie abwarten, so Dr. Stumpf: „Das tun die meisten Eltern ja ohnehin. Sie schauen, was das Kind interessiert, welchen Input es fordert und versuchen, ihm gerecht zu werden. Wenn eine Familie dagegen zu früh alles durch die Brille ‚Hochbegabung‘ sieht, gibt es manchmal ein böses Erwachen. Dann werden alle späteren Schulschwierigkeiten auf die vermeintliche Besonderheit geschoben. Und es ist eine enorme Frustration, wenn sich herausstellt, dass sich die Diagnose zu einem späteren Zeitpunkt nicht halten lässt.“

P2News/Gruner+Jahr AG & Co KG

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