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Chancen deutscher PKW in den USA

Die Wachstumsträume der deutschen Autobauer in den USA sind blau eingefärbt. Ebenso wie Mercedes, Audi und VW hat nun auch BMW erkannt, dass ein umweltfreundlicher Diesel etwas mit der Farbe Blau zu tun haben muss. Und so taucht bei allen genannten Herstellern diese Bezeichnung im Namen der besonders sauberen Selbstzünder – auch Clean-Diesel genannt – auf, die entweder wie bei Mercedes schon auf dem Markt sind oder wie bei allen anderen im Laufe des Jahres auf den Markt kommen werden. Diesel in den USA – das war bislang eher ein Thema für die riesigen Trucks. Deshalb stehen bis heute auch meistens noch die Diesel-Zapfsäulen für Pkw auf der Lkw-Seite der Tankstellen. Dort, wo ölige Dieselflecken alles schmuddeliger wirken lassen als dort, wo die Pkw den Kraftstoff beziehen. Das muss sich ändern, soll der Diesel in Amerika hoffähig werden. Ein Ziel, das die deutschen Hersteller verfolgen. Angesichts steigender Kraftstoffpreise und strengerer Umweltgesetze stehen die Chancen dafür nicht schlecht. »Es ist durchaus angebracht, 2008 als das Jahr des Clean Diesel-Durchbruchs in den USA zu bezeichnen«, blickt Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), überaus zuversichtlich in die Zukunft. Den Optimismus begründet er damit, dass die notwendige Dieselqualität inzwischen flächendeckend vorhanden sei und sich immer mehr Kunden für die Vorteile des Clean Diesel interessieren. Die von Wissman vorgelegte Beweisführung, dass Mercedes in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres den Absatz der Blau-Diesel-Fahrzeuge mehr als verdoppelt hat, ist indessen schwach. Schließlich waren die Verkaufszahlen bislang eher zu vernachlässigen. Gegen den erhofften Erfolgsweg der Clean-Diesel-Autos, derzeitiger Marktanteil knapp drei Prozent, könnte die klare Absage der Hersteller aus den USA und Japan sprechen. Sie wollen den Kampf um Kunden und gegen Emissionen mit Benzindirekteinspritzung oder Hybrid-Antrieben führen. Der Ausgang des Wettstreits ist spannend. Nicht zuletzt auch wegen der Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation in Deutschland. Immerhin sind die deutschen Hersteller im vergangenen Jahr in den USA gegen den Trend gewachsen und haben ihren Absatz um drei Prozent auf 948 000 Fahrzeuge (Pkw sowie kleine und große Geländewagen) erhöht. Insgesamt entfallen 13 Prozent der gesamten Pkw-Exporte aus Deutschland auf die USA. Jeder achte durch den automobilen Export erwirtschaftete Euro entfällt auf das Geschäft mit den USA. Deshalb ist nur zu hoffen, dass der Clean-Diesel in Amerika ein Erfolg wird. In Deutschland allerdings wird bis auf Mercedes vorerst kein Hersteller die saubere aber auch teurere »blaue Lösung« anbieten. Die werden auf breiter Front erst kommen, wenn es entsprechende Abgasrichtlinien gibt.

Westfalen-Blatt

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