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CFS-Finanzplatzindex nahezu unverändert

Der CFS-Finanzplatzindex ist im Zeitraum 4. Quartal 2008 (2008Q4) bis 1. Quartal 2009 (2009Q1) mit 98,8 gegenüber dem Vorquartal (99,0) nahezu konstant geblieben. Die Stimmung am Finanzplatz hat sich damit auf niedrigem Niveau stabilisiert. Es zeigt sich aber auch, dass die Finanzkrise weiter andauert. Obwohl der Umsatzindex (98,7) noch immer negativ ist, haben die in 2008Q4 realisierten Umsätze die zuvor gemessenen niedrigen Erwartungen deutlich übertroffen (+4,7). Ebenso wird ein Anstieg der in 2008Q4 erwirtschafteten Erträge (+4,9) auf einen Wert von 95,3 beobachtet. Damit befindet sich dieser Indexwert weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Entwicklung der Mitarbeiterzahl wird mehrheitlich für 2009Q1 als weiter rückläufig eingeschätzt, vor allem bei den Kreditinstituten: Jede fünfte Bank am Finanzplatz gibt an, ihre Mitarbeiterzahl zu reduzieren. Insbesondere Asset-Manager beurteilen ihre Geschäftssituation im abgelaufenen Quartal negativ. Erstmals erwartet auch ein Großteil der Wirtschaftsprüfer und Berater in 2009 sinkende Erträge. „Obwohl die Geschäftsvolumina der Kreditinstitute anscheinend nicht, wie noch im Oktober erwartet, eingebrochen sind, bleibt die Ertragslage sehr angespannt. „Die Stabilisierung auf der Umsatz- und Ertragsseite wird einhergehen mit einem weiteren Stellenabbau“, fasst CFS-Direktor Professor Dr. Jan Pieter Krahnen die Ergebnisse für den Bankensektor zusammen.

Beurteilung der Bad Bank: Uneinigkeit am Finanzplatz

Die aktuellen Sonderfragen des CFS-Finanzplatzindex beschäftigen sich mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung, der möglichen Gründung einer Bad Bank sowie den krisenbedingten Veränderungen im Arbeitsumfeld der Finanzplatzakteure. Die Befragten glauben überwiegend, dass die Bundesregierung in der Lage ist, die Stabilität des deutschen Finanzsystems zu gewährleisten. Allerdings hält eine knappe Mehrheit von 51% die bislang ergiffenen Maßnahmen für nur begrenzt wirksam. Der Zuspruch für die künftige Kopplung staatlicher Kapitalhilfen an geschäftspolitische Einflussmöglichkeiten, etwa durch eine Beteiligung am Eigenkapital, ist vor allem bei den Kreditinstituten hoch. Nahezu zwei Drittel der teilnehmenden Banken unterstützen diese Form der Staatsbeteiligung, wie erstmals im Falle der Commerzbank praktiziert. Verglichen mit dem US-amerikanischen Modell der „Zwangskapitalisierung“ werden die strengen Beteiligungsauflagen der EU-Kommission bei der Stabilisierung europäischer Banken mehrheitlich (60%) nicht als Wettbewerbsnachteil gesehen.

Über die aktuell diskutierte Gründung einer Bad Bank (über die der Staat notleidende Kredite von betroffenen Banken aufkauft) herrscht keine Einigkeit am Finanzplatz. So signalisieren die befragten Banken eine Ablehnungsquote von 36% und eine Zustimmung von 43%. Die ablehnende Haltung ist mehrheitlich darin begründet, dass die Risikobefreiung der Banken ein moralisches Risiko (moral hazard) hervorrufen kann.

Folgen der Krise: Auftragsrückgänge und Budgetkürzungen

Drei Viertel aller Befragten sehen für sich unmittelbare, aus der Krise resultierende Konsequenzen im Arbeitsumfeld. Diese Konsequenzen äußern sich den Angaben zufolge einerseits in der veränderten Bewertung finanzieller Risiken, aber andererseits auch in einem Wandel der Organisationsstruktur in Unternehmen. Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater berichten von Auftragsrückgängen sowie Budgetkürzungen, die verringerte Investionen und Personalabbau nach sich ziehen dürften. „Das Geschäftsklima der Finanzindustrie ist weiter angespannt,“, kommentiert CFS-Direktor Krahnen, „da nun auch die bislang von der Krise profitierenden Dienstleister von negativen Folgen erfasst werden.“

P2news

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