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CDU-Schulprogramm Zerstritten

Die CDU steht vor einem revolutionären Parteitag. Die Parteispitze ist entschlossen, im September ihre geliebte Hauptschule zu Grabe zu tragen. Dass dabei die Realschule gleich mitbeerdigt wird, ist selbstverständlich, wenn zwei Schulformen fusionieren sollen. Doch wie die neue Oberschule konzeptionell genau aussehen wird, ist noch nicht klar. Klar ist aber, dass die verspätete Anpassung der Programmatik nicht bei allen Christdemokraten auf Gegenliebe stößt. In Baden-Württemberg formiert sich zäher Widerstand der Konservativen, die an der Hauptschule auf Gedeih und Verderb festhalten wollen, weil sie um die Zuteilung von Chancen über unterschiedliche Schulabschlüsse fürchten. Bewusst negieren sie die Tatsache, dass auch im ländlichen Raum des Ländles der Schülerrückgang so gravierend ist, dass ein zergliedertes Schulsystem unhaltbar ist. Eltern und Schülern kann der Streit egal sein, denn der CDU in Baden-Württemberg fehlt die Gestaltungsmöglichkeit seit der letzten Landtagswahl. Wirklich ärgerlich ist die antireformerische Haltung von CDU-Landeschef Thomas Strobl für die Bundespartei. Kaum will sie ein wenig Fortschritt wagen, schließen sich die Reihen der Erzkonservativen. Der Streit zeigt: Die Union ist zerstrittener, als es die SPD je schaffte.

P2News/Neue Westfälische

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