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Caritas international fordert Kehrtwende in UN-Drogenpolitik

Drogenkonferenz spricht sich für Entkriminalisierung von Konsumenten und Kokabauern aus

Eine Kehrtwende in der Drogenpolitik fordert Caritas international. Das Hilfswerk der deutschen Caritas hält die herrschende repressive Politik angesichts weltweit steigender Konsumentenzahlen einerseits und wachsender Anbauflächen andererseits für gescheitert. „Die Kriminalisierung von Konsumenten und Kleinbauern war offensichtlich kontraproduktiv. Es fehlen alternative Angebote für Abhängige und Kleinproduzenten“, heißt es im heute veröffentlichten Abschlussdokument der von Caritas international organisierten Konferenz „Drogenkonsum: Neue Antworten, Neue Politik“, an der über 120 Experten aus 26 Staaten in Berlin teilnahmen, darunter hochrangige Regierungsvertreter aus Afghanistan, Brasilien, Bolivien, Kolumbien und Tunesien sowie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Laut Zahlen der Vereinten Nationen war die Nachfrage nach illegalen Drogen im vergangenen Jahrzehnt stabil hoch und ist für einzelne Drogen trotz einer repressiven Drogenpolitik und dem „war on drugs“ sogar angestiegen. Rund 250 Millionen Konsumenten harter Drogen stehen Umsätze im Drogenhandel von rund 400 Milliarden Dollar jährlich gegenüber. Auch die Produktionsflächen haben sich ausgeweitet. So hat sich die Anbaufläche von Koka in Kolumbien trotz aufwändiger Vernichtungskampagnen in den vergangenen Jahren verdreifacht. Auf der anderen Seite beschränkt sich die gängige Drogenpolitik vor allem auf die Strafverfolgung. Die Programme alternativer Einkommensquellen für Kleinbauern sind vielerorts gescheitert und Prävention sowie Rehabilitation von Drogenkranken spielen bislang weiterhin kaum eine Rolle.

„Die Zahlen belegen, dass die Null-Toleranz-Doktrin nicht den erhofften Erfolg hatte. Wir müssen dies zur Kenntnis nehmen und anerkennen, dass Drogen Teil der gesellschaftlichen Realität sind“, so Oliver Müller, Leiter von Caritas international. Dieses Anerkenntnis müsse umfassen, dass die Menschenrechte von Drogenkonsumenten respektiert, Konsumenten und Kleinbauern entkriminalisiert sowie die Wechselbeziehung von Drogen und Armut anerkannt werden. Die Teilnehmer der Drogenkonferenz von Caritas international fordern vom im Frühjahr in Wien stattfindenden UN-Expertentreffen der „Commission on Narcotic Drugs“ entsprechende Weichenstellungen.

P2News

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