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Bundeswehrverband fordert Afghanistan-Beauftragten

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, hat das deutsche Engagement in Afghanistan scharf kritisiert. „Wir reden gern darüber, was wir als Deutsche geleistet haben im Norden, aber verschweigen, dass wir weit hinter den selbst gesteckten Zielen zurückgeblieben sind. Auch wir müssen zugeben, dass wir unsere Verpflichtungen nicht erfüllt haben“, sagte Gertz dem Tagesspiegel. „Wenn es uns erst nach fast sieben Jahren gelingt, eine Polizeischule im Norden des Landes zu eröffnen, ist das exemplarisch für unser Versagen.“ Deutschland müsse noch viel mehr tun für den zivilen Wiederaufbau, sagte Gertz. Er kritisierte dabei die Zusammenarbeit der Bundesministerien und forderte von der Bundeskanzlerin, einen Afghanistan-Beauftragten einzusetzen. „Wenn wir erfolgreicher sein wollen, brauchen wir für das Zusammenwirken von Verteidigungs-, Außen, Innen- und Entwicklungsministerium einen Koordinator. Da die Zusammenarbeit der Ministerien bislang offenbar wegen Ressortegoismen nicht richtig funktioniert, würde ich es sehr begrüßen, wenn Angela Merkel einen Beauftragten im Kanzleramt mit entsprechenden Kompetenzen einsetzen würde.“ Gertz sagte weiter, vielleicht gelänge es durch einen Koordinator auch, „diejenigen in der Bundesregierung, die neben dem Verteidigungsminister Verantwortung tragen, mehr in die Pflicht zu nehmen. Wolfgang Schäuble habe ich zum Beispiel in Kabul noch nicht gesehen.“

Der Tagesspiegel, P2news

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