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Briten wollen Taliban in Afghanistan an der Macht beteiligen

In einer vertraulichen Botschaft an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai hat die britische Regierung weit deutlicher und klarer als je zuvor eine Machtbeteiligung der Taliban gefordert. Laut dem Papier, das stern.de, der Onlineausgabe des Hamburger Magazins stern, vorliegt, erkennt die britische Regierung die Existenz der sogenannten Quetta Schura an und fordert eine Versöhnung und einen Friedensschluss mit diesem in Pakistan ansässigen obersten Führungszirkel der Taliban. Bislang wurde nur gefordert, dass eine mögliche Amnestie nur für die „Fußsoldaten“ und lokale Kommandeure gelten soll.

Laut des Memos soll der afghanische Geheimdienst NDS den Taliban-Kommandeuren ein Ende der Kampfhandlungen anbieten, wenn die Taliban im Gegenzug die Waffen schweigen lassen. Einziges Ausschlusskriterium für die Versöhnung sind für die Briten die Verbindungen der Taliban zu al Kaida. Sie müssten gekappt werden. Allerdings hatte die Taliban-Führung in den vergangenen Monaten ohnehin begonnen, sich von dem Terrornetzwerk zu distanzieren.

Auch Pakistan soll in den Kurswechsel mit einbezogen werden: Laut des britischen Papiers soll dem Land nun ein weitreichendes Vetorecht für afghanische Belange eingeräumt werden. Stabilität in Afghanistan werde sich nur erreichen lassen, „wenn Afghanistans Nachbarn die Gewissheit haben, dass Afghanistan sich nicht mit einem ihrer Feinde verbünden wird“, heißt es laut stern.de. Damit dürfte Indien gemeint sein, Pakistans Erzfeind. Karsai hat in den vergangenen Jahren damit begonnen, intensive Beziehungen zu Indien aufzubauen.

Der neue Ansatz ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt, er sieht zudem Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Drogenhandel sowie zur Wirtschaftsförderung vor. Für das Ziel, eine Verhandlungslösung mit der obersten Talibanführung zu erreichen, wird in dem Papier laut stern.de dagegen keine Frist genannt.

P2News/stern

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