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Brahms in die Post geschaut

Johannes Brahms

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck übergibt sein bisher größtes Forschungsprojekt der Öffentlichkeit: 10.800 Briefe von und an den großen Komponisten Johannes Brahms können ab heute über brahms-institut.de online recherchiert werden. Die Korrespondenz wurde von einem Forscherteam über drei Jahre weltweit ermittelt und im „Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis“ (BBV) erfasst. Das BBV ist ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die Anschubfinanzierung übernahm die Possehl-Stiftung Lübeck.

Dazu Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Projektleiter und Leiter des Brahms-Instituts: „Erstmals sind alle Briefe von und an Brahms in einem chronologisch-systematischen Verzeichnis gelistet, was die Forschung sehr erleichtert. Ich sehe darin zugleich eine hervorragende Grundlage für die dringend notwendige neue Edition des gesamten Brahms-Briefwechsels.“

Das Projektteam verzeichnete jeden Brief mit einem Datensatz, der neben dem Verfasser den Empfänger, das Datum, den Briefbeginn und den Fundort enthält. Von den 10.800 verzeichneten Briefen stammen 6.840 von Brahms und 3.960 von seinen Briefpartnern. Immerhin sind davon 3.476 Schreiben noch unveröffentlicht.

Wolfgang Sandberger über die Forschungsergebnisse: „Das Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis stellt Klischees der Brahms-Forschung in Frage. Schon Robert Schumann nannte den jungen Brahms einen ‚Schreibefaulpelz‘, was nunmehr kaum haltbar ist.“ Der Brief war für Brahms die zentrale Kommunikationsform: Meistens reagierte er zeitnah in der Korrespondenz mit über 1.000 Briefpartnern, darunter unter anderen Clara Schumann.

Wolfgang Sandberger: „Das BBV ist ein ‚work in progress‘, neu ermittelte Briefe werden ständig in die Datenbank eingepflegt.“ Viele der bis dato unbekannten Briefe erreichten das Brahms-Institut nach Medienaufrufen aus Privatbesitz. So schenkte der Urenkel des berühmten Dirigenten und Brahms-Zeitgenossen Hans Richter dem Institut 15 bislang unbekannte Originalbriefe aus Brahms‘ Feder. Im Rahmen einer Veranstaltung in Lübeck wird das Projekt am 17. März der Öffentlichkeit präsentiert.

P2News/Musikhochschule Lübeck

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