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Börnsen: Nationalsprache verpflichtet

Zum Internationalen Tag der Muttersprache erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB:

Fast 100 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger sprechen Deutsch als Muttersprache. Nach Englisch ist Deutsch ist die am zweithäufigsten gesprochene Sprache in der Europäischen Union, doch in der politischen Entscheidungspraxis spiegelt sich das nicht wieder.

60 Dokumente mussten die Ausschüsse des Deutschen Bundestages inzwischen zurückstellen, da man mangels deutscher Übersetzung nicht darüber beraten konnte. Die Sprachpraxis der EU kommt einer Missachtung der Muttersprache gleich. Mehrfache Aufforderungen des Deutschen Bundestages, wieder mehr Dokumente ins Deutsche zu übersetzen, werden offensichtlich ignoriert.

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert wie auch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben sich eindeutig und von Beginn an für Deutsch als dritte Arbeitssprache auf der europäischen Ebene in Brüssel eingesetzt. Die Benachteiligung der deutschen Sprache auf EU-Ebene führt auch zu Benachteiligungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Wir haben dafür zu sorgen, dass Deutschland den Stellenwert in Europa innehat, den es verdient.

Wir haben dafür zu sorgen, dass die deutsche Sprache nicht zunehmend durch Anglizismen und Wortverunglimpfungen entstellt wird.

Und wir haben auch dafür zu sorgen, dass andere Muttersprachen und die 60 Minderheitensprachen in Europa einen Anspruch auf Akzeptanz haben.

In Europa sind neun Sprachen fast ganz ausgestorben, 26 weitere bedroht. Der Internationale Tag der Muttersprache sollte für uns eine Verpflichtung sein, diesem kulturellen Werteverfall entgegenzuwirken.

Wir treten vehement für ein Europa in sprachlicher Vielfalt ein, ein Europa, das alle bereichert, gerade durch seine nationalen und regionalen Besonderheiten. Gerade deshalb müssen in einem wachsenden vereinten Europa die kulturellen Identitäten der einzelnen Nationen bewahrt bleiben.

P2News

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