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Bischöfin Käßmann gewinnt durch Rücktritt ihre Freiheit zurück

Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer hat den Rücktritt des EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann ausdrücklich bedauert. „Für sie persönlich ist der Schritt richtig. Für uns alle, für den Protestantismus ist die Entscheidung schlecht. Sie ist ein sehr herber Verlust für die Christen in Deutschland“, sagte Schorlemmer der „Leipziger Volkszeitung“.  Gleichwohl könne er die persönlichen Gründe Käßmanns für ihren Rücktritt verstehen. „Sie gewinnt damit ihre Freiheit zurück, die sie sonst nicht wieder bekommen hätte. Dieses Vergehen würde sie täglich verfolgen, egal wo sie auftritt und wozu sie sich auch äußert.“ Schorlemmer kritisierte dabei die Scheinmoral in Deutschland. „Diejenigen, die jetzt so tun, als könne Ihnen gar nichts passieren, gefallen sich in einer moralischen Pose der Überlegenheit gegenüber denen, die sich falsch verhalten. Ich wäre da sehr vorsichtig, Fehlverhalten kann ganz leicht jedem passieren.“

Käßmann erspare sich mit ihrem Rücktritt jetzt auch sicherlich weitere Häme. „Wenn man Sätze liest, wie: Wasser predigen, Wein trinken, Gas geben und dann ein sensibler Mensch ist, dann ist die Schmerzgrenze erreicht. Das hält man nicht aus. Die Mehrheit der Menschen will dort oben eine Heilige und keinen Menschen.“ Für die Zukunft an der EKD-Ratsspitze erwartet Schorlemmer eine schwierige Phase des Übergangs. „Es wird sich eine Persönlichkeit finden. Aber Margot Käßmann ist erst einmal unersetzbar.“

P2News/Leipziger Volkszeitung

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