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Betriebliche Altersversorgung europaweit im Fokus

In den europäischen Industrienationen haben Unternehmen ihre betriebliche Altersversorgung (bAV) neu ausgerichtet. Der Wunsch nach mehr Leistungs- und Risikotransparenz sowie größerer Flexibilität hat die Trendwende zur modernen Beitragszusage begünstigt. Während deutsche Unternehmen den Höhepunkt der Reorganisation von Versorgungswerken überschritten sehen, werden in Großbritannien und Frankreich noch große bAV-Umstrukturierungen erwartet. Diese Aussagen sind der Studie “Trends in der bAV in Deutschland im europäischen Vergleich”, der Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin zu entnehmen. Im Rahmen der Analyse wurden bAV-Verantwortliche multinationaler Unternehmen aus den Niederlanden, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Deutschland befragt.

Attraktiv für Mitarbeitergewinnung und -bindung

Die bAV ist in Deutschland als Bestandteil der Gesamtvergütung fest etabliert. Insgesamt bieten 93 Prozent der befragten deutschen Unternehmen betriebliche Versorgungsleistungen an und nutzen sie gezielt als Mittel zur Bindung und Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern. Angesichts der abnehmenden Leistungen aus der gesetzlichen Rente, gewinnen bAV-Programme für Mitarbeiter, Unternehmen und den Staat als kosteneffiziente Alternative zur privaten Vorsorge an Bedeutung.

Transparenz und Planungssicherheit geht vor

Von den über 65 Prozent der Befragten, die neue Versorgungszusagen eingeführt haben, hat sich über die Hälfte für eine beitragsorientierte Zusage entschieden, um die finanziellen Risiken für die Unternehmen langfristig besser kalkulierbar zu halten. “Ziel der Restrukturierung ist weniger die Kostenersparnis, als eine Steigerung der Effizienz sowie die langfristige Finanzierbarkeit der bAV durch Senkung der Zins- und Langlebigkeitsrisiken”, erläutert Dr. Reiner Schwinger, Studienautor und Managing Principal bei Rauser Towers Perrin. Neben Kostenkontrolle dominiert der Wunsch nach Vereinheitlichung. Dr. Stefanie Griesbeck, Rauser Towers Perrin-Beraterin und Studienautorin, erläutert: “Die Harmonisierung reduziert die Komplexität und Verwaltungskosten.”

Flexibler und attraktiver: Beitragsorientierte Zusagen setzen sich durch

Die europäischen Länder unterscheiden sich beim absoluten Verbreitungsgrad der leistungs- bzw. beitragsorientierten Zusage erheblich. Mit 70% verfügt Spanien über den höchsten Verbreitungsgrad von Beitragszusagen. Deutschland liegt mit einem Anteil von knapp zwei Drittel bei Neueintritten auf Platz 2, vor Großbritannien und den Niederlanden. Moderne Vorsorgungsprogramme werden durch Wahlrechte bei der Mittelanlage oder Optionen für die Auszahlung im Leistungsfall auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten. “Flexibilität ist wichtig, weil maßgeschneiderte Programme eine höhere Wertschätzung erwarten lassen und steigende Akzeptanz”, so bAV-Expertin Griesbeck. Zunehmende Verbreitung finden auch sogenannte Matching-Konzepte, bei denen Arbeitgeber und Mitarbeiter gemeinsam zum Aufbau der Versorgungsleistungen beitragen.

Europaweite Harmonisierung nicht im Vordergrund

Trotz zunehmender Internationalisierung der Wirtschaft, ist die länderübergreifende Harmonisierung bei der bAV für Unternehmen bislang von nachrangiger Bedeutung. Für rund 65 Prozent der Befragten ist die Angleichung der Versorgungsregelungen auf europäischer Ebene kein Top-Thema auf ihrer aktuellen Agenda. Grund dafür sind die nach wie vor in den einzelnen europäischen Staaten stark voneinander abweichenden steuer- und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Ketchum GmbH

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