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Bestechung als Absatzförderung hat für Daimler ausgedient

So diskret wie sich der Daimler-Vorstand das gewünscht haben mag, geht die Schmiergeldaffäre des Autobauers trotz eines großen Schecks doch nicht über die Bühne. Das ist auch gut so. Bestechung ist kein Kavaliersdelikt. Solche Geschäftspraktiken verzerren nicht nur den Wettbewerb und vernichten damit Arbeitsplätze, sie befördern auch den Vertrauensverlust in die Wirtschaft. Daimler hat zwar im Gegensatz zu Siemens oder auch MAN frühzeitig und aus eigenem Antrieb auf die Missstände aufmerksam gemacht. Dennoch gingen die illegalen Umtriebe weiter. Zehn Jahre lang häppchenweise über eine fehlgeleitete Geschäftskultur zu sprechen und sie dennoch nicht abzustellen, das zeugt von Lahmheit oder einer schwachen Führungskultur. Beides kann sich ein weltweit agierender Konzern wie Daimler nicht leisten. Die illegale Exporthilfe mag in ihrer Dimension wesentlich geringer gewesen sein als im Fall von Siemens. Dennoch läuft auch Daimler Gefahr, sein Image nachhaltig zu beschädigen. Die Bestechungsaffäre mündet letztlich in der simplen Frage: Sind die Produkte mit dem Stern so schlecht, dass ihr Absatz auf den wichtigen Märkten nur mit Bakschisch angekurbelt werden kann? Falls ja, kann Daimler auch aus dem sündhaft teuren Formel-1-Engagement wieder getrost aussteigen. Spätestens durch die Anklage ist jedenfalls klar: Bestechung als Absatzförderung hat für Daimler ausgedient.

P2News/Südwest Presse

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