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Bedrohtes Fußballidyll

Der deutsche Profifußball ist ein Idyll. Hunderttausende strömen in die Stadien. Die Eintrittspreise sind relativ niedrig. Das Regelwerk verhindert, dass die Klubs sich an zockende Milliardäre verkaufen können. Und noch sind die Spielpläne nicht so zersplittert wie im restlichen Europa.

Dieses Idyll jedoch ist bedroht. Weil auch der deutsche Fußball das Geld des Bezahlfernsehens kassieren will. Weil dieses Exklusivität benötigt. Weil das Bundeskartellamt gegen dessen Interesse bestimmt hat, dass Fußball früh im freien TV zu sehen sein muss.

Damit das Bezahlfernsehen üppig löhnt, soll nun der Spielplan zersplittert werden. Bundesliga wird es dann eben auch um 18 oder auch um elf Uhr geben. Wahrscheinlich werden dann weniger Menschen in
die Arenen strömen. Wahrscheinlich werden Karten dann mehr kosten. Wahrscheinlich wird dann auch irgendwann am Regelwerk gearbeitet werden und ein Name wie Abramowitsch, Russe, Milliardär, im deutschen Fußball auftauchen.

Es geht eben um das Geschäft, wie der Pate, Italiener, Mafia, sagt. Das kann man bedauern, wenn man Fan, Deutscher, Romantiker, ist.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

P2News

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